NORDHORN - Ein Notarzt hat eine 89 Jahre alte Frau in
Nordhorn fälschlicherweise für tot erklärt. Der Irrtum fiel erst eine
Stunde später einem Bestatter auf, der die Frau abholen und in einen
Sarg legen wollte, sie aber lebend vorfand.
Die Frau sei dann vier
Tage später in der Euregio-Klinik in Nordhorn gestorben, sagte ein
Sprecher der Staatsanwaltschaft in Osnabrück. Gegen den 33 Jahre
alten Notarzt wird nun ermittelt. Die Staatsanwaltschaft geht aber
davon aus, dass die Frau auch ohne den Fehler des Arztes nicht hätte
gerettet werden können. Die Klinik will am Mittag zu dem Fall
Stellung nehmen.
Die Seniorin war Ende April in ihrem Badezimmer gestürzt. Nachbarn
alarmierten den Notarzt. Dieser fasste die Frau an und stellte fest,
dass sie sich kalt und steif anfühlte. Die gesetzlich vorgeschriebene
Leichenschau wollte er aber erst nachmittags im Bestattungsinstitut
vornehmen. Dabei muss der nackte Körper nicht nur oberflächlich,
sondern von allen Seiten genau betrachtet werden.
Der Sprecher des Caritasverbandes im Bistum Osnabrück, Roland
Knillmann, betonte: Keiner muss sich Sorgen machen, dass sich so ein
Fall wiederholt. Dieser Zwischenfall bedeute nicht, dass die
notärztliche Versorgung in der Grafschaft Bentheim schlecht sei.
DieCaritas sitzt im Aufsichtsrat des Klinikums, Träger sind die
katholische Kirchengemeinde und der Landkreis Grafschaft Bentheim.
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Alexander Retemeyer, sagte, er
habe noch nie von einem vergleichbaren Fall in seinem Bereich gehört.
