NORDLOH - Seit 50 Jahren läuten die Glocken in Nordloh. Der Ort feiert das Jubiläum am 21. Februar in der Kapelle – und deren 40-jähriges Bestehen gleich mit. Ute Oltmanns erinnert sich an den Bau des Glockenturms, der nur durch eine gemeinschaftliche Aktion zustande gekommen war.
„Bis dahin hatte Nordloh gar keinen Glockenturm. Das war schon ein besonderes Ereignis, als die Glocken dann zum ersten Mal erklangen“, sagt die Kirchenälteste. 1958 hätten sich die Kirchenratsmitglieder versammelt und den Bau beschlossen. Nach Vorbildern im Umland sei dann der eigene Glockenturm konzipiert worden, berichtet Oltmanns.
Privates Engagement
„Der Bau wurde weitgehend durch Eigenleistungen finanziert. 8000 Mark sind damals an Spenden aus der Gemeinde zusammengekommen“, so Oltmanns. Am 11. Oktober 1959 konnte schließlich die Turm- und Glockenweihe abgehalten werden. „Ich weiß noch, dass ich als Konfirmandin die Fenster für den Festakt putzen musste. Ich habe eine langjährige Verbindung zu dem Bau“, sagt das aktive Kirchenmitglied.
Jede Glocke wurde mit einer Inschrift versehen: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht“, und „Gedenket der Opfer, gedenket der Not! Verleihe uns Frieden, gnädiger Gott“, zieren sie noch heute.
Zähe Verhandlungen
Die alte Kapelle von 1803 war für die wachsende Gemeinde zu klein geworden. Da diese unter Denkmalschutz stand, wurde 1965 der Bau einer neuen beschlossen. „Über die Finanzierung musste mit dem Oberkirchenrat gesprochen werden. Das müssen zähe Verhandlungen gewesen sein damals“, schließt Oltmanns aus den Akten. Schließlich habe er in mehreren Schritten um die 50 000 Mark genehmigt. Weitere 6000 Mark seien an Spenden zusammengekommen.
Auch Altar, Kreuz, Taufbecken und das Abendmahlgeschirr wurden von ansässigen Firmen gespendet. Am 6. September 1970 konnte die Kapelle eingeweiht werden. Die alte Kapelle wird seitdem als Leichenhalle genutzt.
1980 folgte eine wichtige Ergänzung des Inventars: Toilette und Küche wurden eingebaut. Die Räumlichkeiten wurden von Jugend- und Frauengruppen genutzt – diese Installationen hatten sie bis dato vermisst. Weitere 40 000 bis 50 000 Mark wurden dafür investiert.
Im Jahr 2000 seien dann die Rufe nach einer Erweiterung der Kapelle laut geworden, da bei Beerdigungen viele Leute draußen stehen mussten. Auch ein Tor zum Friedhof und ein Glasdach seien entstanden. „628 Stunden Eigenleistung sind dabei aufgebracht worden. Bei der Kapelle handelt es sich also um ein wirkliches Gemeinschaftsstück“, sagt Oltmanns mit einem Hauch von Stolz in der Stimme.
Jubiläum mit Programm
Zur Jubiläumsfeier laden Pastorin Sygun Hundt, Michael Boekhoven vom Ortsbürgerverein Nordloh und Heide Reil vom Ortsbürgerverein Tange ein. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Frauenkreis, den Chören und dem Kindergarten. Nach dem Jubiläumsgottesdienst um 10 Uhr in der Kapelle Nordloh sollen Berichte über den Bau des Turms und der Kapelle sowie ein unterhaltsames Rahmenprogramm mit Musik und anderen Darbietungen folgen.
„Bedeutend ist die Gemeinschaftsleistung. Mit der Kapelle und dem Glockenturm haben wir etwas, was Nordloh und Tange verbindet, weil so viele Menschen ehrenamtlich daran mitgewirkt haben. Wir wünschen uns, dass auch die nachfolgenden Generationen diese Zusammengehörigkeit weitertragen werden“, sagt Oltmanns.
