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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ausstellung: Nur den Empfindungen folgen

20.01.2017

Oldenburg Wer wie Otmar Alt (geboren 1940 in Wernigerode) in den 60er Jahren Kunst studiert hat, geriet naturgemäß in die Auseinandersetzung der „Abstrakten“ mit der neuen Figuration. Auch in Bildern des jungen Künstlers machten sich figurative Elemente breit, ohne ungegenständliche Formen gänzlich zu verdrängen.

Diese Spannung, die dadurch noch erhöht wird, dass die figürlichen Züge keineswegs realistisch und darum vielseitig auslegbar sind, beherrscht Otmar Alts Kunst bis zum heutigen Tag. Die Titel der ausgestellten Werke geben jetzt auch im Stadtmuseum Oldenburg die Denkrichtungen vor, lassen aber der Fantasie des Betrachters, wenn seine Augen im Bild spazieren gehen, freien Raum.

Mit Hexen

Otmar Alt erzählt in seinen Bildern. Er lässt erkennen, wie es in seinem Atelier aussieht. Er greift Märchen auf, in denen besonders Hexen eine Rolle spielen. Sein Geburtsort Wernigerode galt einmal als „Hexenstadt“. Aber er zögert nicht, die moderne Halbwelt mit dem entsprechenden Personal in Betracht zu ziehen. In anderen Bildgruppen, die der Liebe gewidmet sind, wird der Blick auf ein scheinbares Medaillon mit dem Profil eines Mädchens gerichtet und so dem Begriff „Sehnsucht“ Ausdruck gegeben.

Sanfte Ironie ist bei ihm nicht ausgeschlossen. Sie wirft ihren Schatten auch auf Dinge, die sich deutlich identifizieren lassen wie eine Leiter, Puppen, Spielzeug-Häuser oder Blütenblätter. Kein Künstler hat so unmittelbar und einfach die Kinderwelt in seine Kunst einbezogen.

Otmar Alt nimmt sich dennoch in seinen Bildern die Freiheit, auf alle akademischen und gesellschaftlichen Konventionen zu verzichten und allein seinen Ideen und Empfindungen zu folgen. Und das kann er, weil seine Palette unglaublich heiter ist. Rot, Gelb und Blau dominieren zusammen mit Grün, gelegentlich auf weißer Fläche; aber nicht selten besetzt die farbige Komposition das ganze Format. Doch im Unterschied zu den einstigen informell malenden Kollegen, die Farben durch ein Ineinanderlaufen gemischt haben, trennt er jeden Farbfleck vom anderen durch eine schwarze Kontur. Je nach Stimmung wird der einzelne Farbfleck dann ganz sanft mit helleren Tönen oder weißen Spuren aufgehellt und auf diese Weise die Farbpracht differenziert.

Ungeheure Komplexität

Es entspricht der Intention des Künstlers und der Malweise, erarbeitete Darstellungen auch wieder infrage zu stellen. Letztlich lebt jede Farbfläche für sich und korrespondiert nur über die schwarzen Linien hinweg mit anderen.

Die Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg, die am Sonntag eröffnet wird, beschränkt sich auf die Malerei. In Texten wird auch auf das umfangreiche plastische Werk im eigenen Garten wie im öffentlichen Raum verwiesen. Die Komplexität des Werkes von Otmar Alt, die sich im einzelnen Bild andeutet, ist ungeheuerlich.

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