Bad Zwischenahn - Die Tradition, den Ammerländer Schinken wie in der guten alten Zeit im Rauch des offenen Feuers reifen zu lassen, lässt der Verein für Heimatpflege jährlich neu aufleben. Dafür werden im Herbst eines jeden Jahres mehrere Hundert Schinken an die Dachbalken des Ammerländer Bauernhauses gehängt. Der gesamte Reifeprozess dauert mindestens sechs Monate.

Am vergangenen Wochenende feierte der Heimatverein das erste Abnehmen der Ammerländer Spezialität mit einem eigens dafür ausgerichteten Schinkenfest im und um das Ammerländer Bauernhaus. Nach dem ersten Zerlegen am Sonnabend durch Fleischermeister Henning Meyerjürgens wurde die Ammerländer Kostbarkeit, belegt auf Ammerländer Schwarzbrot oder Rosinenstuten, zur Verköstigung angeboten. Frisch gezapftes Bier gab’s von Spieker-Wirt Benjamin Doyen-Waldecker mit seinem Team dazu. Weitere hausgemachte Leckerbissen, wie Marmeladen oder geräucherte Wurstwaren, standen ferner zum Probieren und Kaufen bereit. Die Veranstalter sowie die Besucher zeigten sich mit dem Festverlauf äußerst zufrieden. Das Schinkenfest habe sich im Kurort in einer Tradition der besonderen Feste voll etabliert, bekannten die Besucher.

Wer allerdings das schöne Ambiente am Bauernhaus mit dem Maibaum sehen wollte, sah sich enttäuscht. Dieser wurde in der Nacht zum 1. Mai „geklaut“ und steht seitdem in Specken. Über die Art des Entwendens sind jedoch viele Zwischenahner verärgert, da der Baum nicht, wie es die Tradition vorschreibt, mit drei Spatenstichen oder das Einschlagen einiger Nägel zum neuen Besitzer überging. Der Maibaum am Bauernhaus wurde schlicht abgesägt. Allerdings fragten sich auch die Besucher, wo zu diesem Zeitpunkt die „Baumwache“ war.