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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Nur noch begleiten statt leiten

31.12.2016

Emden Die Leidenschaft der Kunstmäzenin Eske Nannen lässt sich auch frei nach Loriot umschreiben: Ein Leben ohne Kunsthalle ist möglich, aber sinnlos. Über Jahrzehnte hat sie dem Emder Museum mit nie nachlassender Energie zu nationaler und internationaler Strahlkraft verholfen.

Nun will die ebenso resolute wie charmante Ostfriesin nach ihrem 75. Geburtstag am 4. Januar allmählich in die zweite Reihe rücken. „Ich gehe der Kunsthalle ja nicht verloren, sondern verlasse nur das operative Geschäft“, sagt sie lachend, denn der Vergleich mit Loriots Faible für Möpse gefällt ihr. Für ihren Humor und ihre positive Lebenseinstellung ist die umtriebige Geschäftsführerin bekannt. Und so kontert sie mit einer anderen griffigen Formulierung: „Begleitung statt Leitung“. Als Stifterin werde sie dem Haus auch weiterhin zur Seite stehen.

Kunsthalle ausgebaut

Seit 30 Jahren ist Eske Nannen als Geschäftsführerin für die Stiftung der Emder Kunsthalle im Einsatz. Hartnäckig hat sie ihre weltweiten Kontakte zu Wirtschaftsbossen und Politikern genutzt, um ihre berüchtigten „Bettelbriefe“ abzuschicken. „Es war ja nicht für mich, sondern für die Kunsthalle – also für die Allgemeinheit“, stellt sie mit Nachdruck klar.

Alles für die Kunsthalle, die sie 1986 mit ihrem Mann Henri Nannen, dem in Emden geborenen Gründer des Magazins „Stern“, aufgebaut hat. Seit seinem Tod 1996 hat Eske Nannen die Kunsthalle ausgebaut und erweitert. Die Ausstellungsfläche wuchs unter ihrer Leitung von 650 auf nunmehr 1600 Quadratmeter. Mehr als 20 Millionen Euro hat sie dafür eingeworben.

Ihr gutes Verhältnis zu Zahlen hat die gelernte Industriekauffrau einmal im Interview erwähnt: „Zahlen konnte ich mir schon immer gut merken, inklusive Telefonnummern.“ Die Tochter eines Emder Fassfabrikanten hatte es nach ihrer Ausbildung in die Welt gezogen. Sie arbeitete auf einer Werft und fuhr als Zahlmeisterin auf einem Schiff über die Meere.

Mit den Finanzen hatte es auch in der Kunsthalle kein Ende, denn Sorgen um Sicherheit und Zukunft des Hauses haben sie über die Jahre begleitet. „Wir sind aus dem Gröbsten raus“, sagt sie, „aber es ist noch nicht zu hundert Prozent gesichert.“ Das könne man schließlich von kaum einem Museum sagen. Aber sie habe ein „gutes Gefühl“, weil es eine solide Basis für die Kunsthalle gebe.

Von diesem Fundament wird ihr Nachfolger profitieren können: Im Februar kommt der Kunsthistoriker Stefan Borchardt nach Emden, um die Geschäftsführung und die künstlerische Leitung der Kunsthalle zu übernehmen. Seit 2007 arbeitet der 50-Jährige als Kustos der Kunststiftung Hohenkarpfen in Hausen ob Verena (Baden-Württemberg). Sie habe sich Borchardt als Nachfolger schon bei der ersten Begegnung mit ihm „gut vorstellen“ können. Das Gefühl sei immer noch da.

Bilder und Bürger

Auf Nachfrage gibt sie ihm das Motto der Kunsthalle mit auf den Weg: ein Haus als lebendige „Bildungsstätte zwischen Bildern und Bürgern“. Aber auch mit der „Qualität, die das Haus verlangt“, fügt sie energisch hinzu.

Künftig muss Eske Nannen sich zwar nicht mehr um Details kümmern. „Aber ich bin immer noch präsent“, betont sie, „wenn auch nicht mehr in der bisherigen Form.“

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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