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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Literatur: Nuschelnd auf der Spur des Grauens

14.02.2011

OLDENBURG Heinz Strunk greift zur Querflöte und intoniert nach zwei Stunden Lesung aus seinem Buch „Heinz Strunk in Afrika“ (Rowohlt, 272 Seiten, 13,95 Euro) Eddy Grants „Gimme Hope Jo’anna“. Das ist der heimliche Soundtrack seiner Kenia-Reise, die ihn zu seinem Werk inspirierte und aus dem er nun in Oldenburgs Kulturetage las.

„Eigentlich sollte der Titel auf eine Art ,Tim und Struppi‘-Bericht schließen lassen,“ erklärte Strunk zu Beginn in seiner unnachahmlich nuschelnden Art. „Doch es ist natürlich High-End-Literatur.“ Sofort stellte sich jener Wortwitz ein, für den Strunk so geliebt wird, und mit dem der 1962 in Hamburg geborene Entertainer, Komödiant und Schriftsteller 400 Zuschauer lockte.

Die Handlung seines Buches ist so schnell wie einfach umrissen: Strunk verbringt mit seinem Freund C. seinen Weihnachtsurlaub im „Nyali Beach“, einem Touristen-Hotel-Moloch, in Mombasa. Zocken, Saufen, Urlauber begaffen und sich darüber ärgern – all inklusive sozusagen. Mehr passiert nicht, mehr ist auch nicht nötig für eine kurzweilige Lesung. Dass die beiden Protagonisten am Schluss der „Erzählung“ in eine Art Bürgerkrieg geraten, da in Kenia gerade Wahlen sind, ist dann auch so unnötig wie schwach und vor allem inhaltsleer erzählt.

Aber Strunk wollte wohl nicht auf die Schilderung des Grauens verzichten – „The Horror, The Horror“ wie es bei Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ so schön heißt und ohne das kein Bericht über Afrika auskommt.

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Dabei hat Strunks Reisebericht schon genug an Hässlichkeiten zu bieten: Bis ins Detail werden die Mechanismen des Massentourismus aufgedeckt, berichtet Strunk von Prostitution, der Essensschlacht am Buffet, dem Verhalten der meist deutschen Touristen im künstlichen Urlaubsressort. Da werden keine Urlaubsbekanntschaften, da werden Urlaubsfeindschaften geschlossen. Und ganz nebenbei entstehen so „Traurige Tropen“ für den „Billigreise-Afrika-Tourist“, der gedankenverloren zu „Gimme Hope Jo’anna“ an der Hotelbar tanzt.

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