OBERHAUSEN - OBERHAUSEN - Wenn Rainer Punke über seine historischen Trecker spricht, gerät er schnell ins Schwärmen. Ein gutes Dutzend Schlepper stehen auf seinem Hof in Oberhausen, der Treffpunkt für die Frühjahrsfahrt der Treckerfreunde Wöschenland war. Begleitet von herrlichem Frühlingswetter ging der Ausflug zum Pekol-Museum in Oldenburg, wo die früheren Busse aus der Huntestadt besichtigt wurden. 13 Oldtimer-Trecker traten die Fahrt an.
Rainer Punke steuerte das älteste Modell, einen Hanomag R16 aus dem Jahr 1952, in dessen Wiederherstellung er bereits viele Stunden investiert hat. „Mehr als ich darf“, antwortet Punke auf die Frage, wie viel Zeit er in die Arbeit an den historischen Maschinen steckt. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen: Sein Schlepper blitzt wie neu.
Mit an Bord ist auch Sohnemann Hannes, mit sieben Jahren der jüngste Teilnehmer des Ausflugs und schon ein großer Trecker-Fan. Trotz des jungen Alters kurvt der Steppke auf dem heimischen Hof schon mit einem eigenen Gefährt umher. „Das ist ein Holder B10, Baujahr 1956“, verrät der Junge stolz und sein Vater fügt hinzu: „Den hat er schon gut im Griff.“ Doch auch beim Restaurieren legt Hannes bereits Hand an. Wenn der Vater einen alten Lanz in seine Einzelteile zerlegt, um jeden Part aufzupolieren, ist der Sohn stets zur Stelle: „Da schraub‘ ich dann mit“, verkündet der Siebenjährige.
Ausgelöst hat das „Trecker-Fieber“ einst ein Fendt mit 20 PS aus dem Jahr 1956. „Das war Papas erster Trecker“, gibt Hannes bekannt. Das Modell steht noch heute in der Garage der Punkes.
Auch Kai-Uwe Mertins aus Wüsting hat seinen Nachwuchs schon mit dem Trecker-Virus infiziert und wieder zur Tour mitgebracht. Timon und Ayleen, zehn und acht Jahre alt, seien häufig bei den Fahrten dabei. „Es macht Spaß durch die Huckel zu fahren. Dann muss man sich immer festhalten“, meint Timon verschmitzt und freut sich auf den Fahrtwind, der ihm ins Gesicht bläst.
Der Vorsitzende der Treckerfreunde, Heiko Janßen, sieht unterdessen mit großen Erwartungen dem 24. September entgegen, wenn der 70 Mitglieder starke Verein seinen ersten Trecker-Treck veranstaltet. „Das wird das Highlight des Jahres“, ist sich Janßen sicher. Teilnehmen können alle Schlepper zwischen 20 und 320 PS. Sie werden in verschiedene Klassen aufgeteilt und müssen einen Bremswagen ziehen. „Bis die Räder durchdrehen“, sagt der Vorsitzende der Wöschenlander.
Was 1995 als „lockerer Haufen“ begann, hat sich inzwischen zu einem regen Verein mit einheitlichem Auftreten mit schmucken Westen entwickelt, berichtet Janßen.
Auch bei der Frühjahrsfahrt stellte sich das Bild uniform dar: Alle Fahrer genossen den warmen Tag und fuhren ohne Verdeck. Die einzige Ausnahme blieb Johann Zimmermann. „Der Fahrtwind ist mir zu frisch“, meinte er.
Derweil saßen die Geschwister Timon und Ayleen schon ungeduldig „auf dem Bock“: „Der Fahrtwind ist doch schön.“
