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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ausstellung: Raubkunst oder nur ein großer Spaß?

24.10.2020

Oberhausen /Münster Das Beuys-Kunstwerk „Capri-Batterie“ bleibt auch einen Tag nach seinem Verschwinden verschollen und sorgt für großen Ärger in der Kunstszene.

Worum geht es?

Die Künstlergruppe „Frankfurter Hauptschule“ hat sich zum Diebstahl einer Skulptur von Joseph Beuys (1921-1986) aus einer Ausstellung in Ober-hausen bekannt. Das Theater Oberhausen, das die Ausstellung unter dem Titel „Verschmutzung. Körperzustände. Faschismus. Christoph Schlingensief und die Kunst“ seit 10. Oktober zeigt, bestätigte den Verlust des Werkes mit dem Titel „Capri-Batterie“. Bei der Polizei war nach Angaben einer Sprecherin zeitgleich eine Anzeige eingegangen.

Wie reagiert das Museum?

Das Werk ist eine Leihgabe aus dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. „Als Leihgeber des Kunstwerkes von Joseph Beuys sind wir über diesen Vorfall sehr bestürzt und erwarten eine zeitnahe Aufklärung der Geschehnisse“, sagte Hermann Arnold, Leiter des LWL- Museums in Münster, am Freitag. Und weiter: „Wir erwarten vom Stadttheater Oberhausen und den Kuratorinnen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Kunstwerken der Ausstellung sowie eine aufrichtige und transparente Zusammenarbeit.“ Sollte es sich um einen inszenierten Diebstahl handeln, seien rote Linien überschritten worden, so Museumsleiter Arnold.

Was steckt dahinter?

Laut Mitteilung der Künstlergruppe wurde das Werk nach Afrika gebracht. Dort solle es in Tansania in einer Dauerausstellung neben traditioneller Handwerkskunst einer ethnischen Volksgruppe gezeigt werden. „Unter dem Kolonialregime wurden Kunstgegenstände, Kulturgüter sowie Schädel von Hehe-Anführern aus Iringa geraubt und in unüberschaubarer Zahl nach Deutschland verbracht“, heißt es zu der Aktion mit dem Titel „Bad Beuys go Afrika“. Der Diebstahl sei eine Art Wiedergutmachung an der ehemaligen deutschen Kolonie Tansania. In einem Video wird eine Reise nach Afrika gezeigt.

Wer sind die Aktivisten?

Die „Frankfurter Hauptschule“ zählt nach eigenen Angaben etwa 20 Mitglieder. Die meisten von ihnen sind wohl junge Kunststudierende aus dem Raum Frankfurt am Main. Das Kollektiv provozierte bereits in der Vergangenheit mit umstrittenen Aktionen. Im August 2019 warf die Gruppe Klopapier in Goethes Gartenhäuschen in Weimar und protestierte damit gegen das Frauenbild des Dichters in seinen Werken.

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