Oberlethe - Ein Gute-Laune- Lied klingt aus dem jalousienverhangenen Mehrzweckraum der Letheschule in Oberlethe. „Have a nice day“ schallt es beim Öffnen der Tür zum Probenraum aus 29 weiblichen Kehlen. Fröhlich-beschwingt und zugleich konzentriert folgen die Frauen den Armbewegungen ihrer Chorleiterin, die mit der Stimmgabel in der Hand die Sängerinnen durch die Melodie lotst.

Jeden Montagabend üben die Mitglieder des wohl einzigen Frauenchores in der Gemeinde Wardenburg in der Förderschule am Tungeler Damm. „Musaik“ nennen sich die Sängerinnen, die nicht nur in der Gemeinde wohnen. „Es kommen auch Frauen aus Sandkrug, Huntlosen, Oldenburg und dem Ammerland“, zählt eines der Mitglieder auf.

Entstanden ist der Chor im Jahr 2011, nachdem Mitglieder des aufgelösten evangelischen Kirchenchores einfach Lust hatten weiterzumachen. „Anfangs waren auch Männer dabei, aber es waren zu wenige, um damit sinnvoll arbeiten zu können.“

Die einzelnen Buchstaben des Chornamens stehen für „Melodien Und Stimmen Ausgewogen Im Klang“ klären die Sängerinnen auf. „Viele schreiben uns falsch oder verstehen immer ,Mosaik‘“, ärgern sich diejenigen, die schon von Anfang an dabei sind.

Dabei hat der Chor durchaus Eigenschaften eines Bildes, das sich aus vielen kleinen „Steinchen“ als großes Ganzes zusammenfügt. Nicht nur das Alter der Sängerinnen ist mit 35 bis 75 Jahre bunt „gestreut“, auch das Repertoire ist so vielfältig, dass „Musaik“ kaum in eine musikalische Schublade einzuordnen ist.

„Unsere Bandbreite reicht vom klassischen Chorgesang und traditionellen Liedgut über Gospel bis hin zu Jazz und Pop“, sagt Chorleiterin Jutta Wabnik. Die Texte seien mal auf Deutschen, mal auf Englisch. „Wir singen aber auch auf Französisch, Niederländisch oder Zulu“, so die gelernte Kirchenmusikerin aus Oldenburg. „Wir können sowohl getragen also auch fröhlich“, ergänzt ein Chor-Mitglied. „Wir wollen vielseitig sein.“

Aufgetreten werde bei Gottesdiensten, bei Hochzeiten im Bekanntenkreis, beim Tannenbaumsetzen in Oberlethe oder zu verschiedenen Anlässen in der Weihnachtszeit. 2018 Jahr sang der Frauenchor unter anderem bei einer Freisprechungsfeier im Park der Gärten.

Um künftig noch stimmgewaltiger auftreten und die Singfähigkeit bei Auftritten besser gewährleisten zu können, wünschen sich die Musaik-Frauen eine weitere Verstärkung in den Stimmlagen Sopran, Alt und Tenor. „Es muss auch keiner bei der ersten Probe allein vorsingen“, nimmt Chorleiterin Jutta Wabnik mögliche Ängste. Es müsse auch keiner Noten lesen können. „Viele von uns können keine Noten“, wirft eine Betroffene ein. Was nicht bedeute, dass das Proben nicht ernst genommen werde. „Es wird auch gerne mal gelacht oder ein bisschen geschnattert, aber ansonsten sind wir sehr konzentriert bei der Sache“, nicken die Frauen übereinstimmend. Das sei im Wesentlichen das Verdienst ihrer Chorleiterin, die sehr geduldig sei, jedoch den Chormitgliedern „einiges abverlangt“ – aber das auf charmante und humorvolle Weise.

„Wir sind ein sympathischer, lustiger Haufen“, sagen die Musaik-Sängerinnen von sich selbst, die hoffen, davon noch weitere Frauen überzeugen zu können. Wer beim Frauenchor Musaik „schnuppern“ möchte, kann montags zwischen 19.45 und 21.30 Uhr im Mehrzweckraum der Letheschule, Tungeler Damm 193 in Oberlethe, vorbeischauen. Fragen per Telefon beantwortet Marlies Johannsen, t  04407/20697.

Marén Bettmann
Marén Bettmann Redaktion Wardenburg