OFENERDIEK - Auf der einen Seite die katholische Kirche, auf der anderen die evangelische Kapelle: So war es viele Jahrzehnte lang an der Weißenmoorstraße. Diese Zeiten sind längst vorbei. Bereits Anfang 2006 wurde die katholische Pauluskirche an einen privaten Investor verkauft und in das Kulturzentrum Ofenerdiek umgewandelt (siehe Info-Kasten). Ende vergangenen Jahres wechselte – wie bereits berichtet – dann auch die Christuskapelle der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ofenerdiek den Eigentümer.
Käufer ist das Unternehmen Helmers Immobilien und Anlageberatung in Ofen. Das bestätigte Firmenchef Torsten Helmer am Mittwoch auf Nachfrage derNWZ
. Der Kapelle hat nun wirklich das letzte Stündlein geschlagen. Sie und das frühere Pfarrhaus im vorderen Teil des Geländes werden abgerissen. Nach Angaben von Torsten Helmers entsteht hier ein Haus mit fünf Eigentumswohnungen. „Die Appartements sind barrierefrei, und es besteht das Angebot des Betreuten Wohnens“, erklärt der Kaufmann. Ein weiteres kleines Wohn-und Geschäftshaus werde im vorderen Bereich an der Weißenmoorstraße gebaut, so Helmers. Hier sei auch eine Arztpraxis vorgesehen.Der Baubeginn ist laut Helmers für Mai geplant. Fertig sein soll alles im Frühjahr 2012. Die Investitionskosten gibt der Kaufmann mit etwa 1,5 Millionen Euro an.
Die 1949 eingeweihte Christuskapelle diente der Gemeinde 14 Jahre lang als Sakralraum. Mit der Fertigstellung der Thomas-Kirche wurde das Gebäude für andere Zwecke genutzt. Die mehrfach baulich veränderte Kapelle diente zuletzt als Mehrzweckraum für die Aktivitäten der Gemeinde und von Gästen. Das Pfarrhaus im vorderen Teil wurde zum Kirchenbüro umgebaut.
Wie berichtet, musste die Gemeinde eigenen Angaben zufolge reagieren, als der Trägerverein des Missionarischen Zentrums als Mieter den Übernachtungsbetrieb im Gebäude, Langenweg 165, einstellte und den Mietvertrag mit der Kirchengemeinde kündigte. „Wir haben Konzepte entwickelt und Architektengutachten zu beiden Gebäude eingeholt. Letztlich fiel die Entscheidung, die Kapelle zu verkaufen, weil sie in einem hohen Ausmaß sanierungsbedürftig ist“, erklärte Ute Kohring gegenüber derNWZ
. Wegen der hohen Kosten habe auch keiner der Kaufinteressenten die Kapelle, die nicht unter Denkmalschutz steht, erhalten wollen. Das Kirchenbüro ist inzwischen an den Langenweg 165 umgezogen.Am vergangenen Montag begannen die Vorarbeiten für den Abriss der Kapelle und des Gemeindebüros. Container wurden aufgestellt und die ersten Dachpfannen sowie einige Türen wurden entfernt.
