OFENERDIEK - OFENERDIEK/LR - Weit mehr als 120 Interessierte kamen zur Eröffnung der „Woche des Buches“ im Stadtnorden zusammen. In der Gaststätte „Ambiente“ hielt Dr. Ursula Held vom Institut für Germanistik der Universität Oldenburg den Vortrag „Leseförderung nach Pisa“.
Die Referentin stellte die nicht erst seit Pisa bestehenden Defizite im Lesen dar und wies eindringlich darauf hin, dass eine Wissensgesellschaft wie die unsere ohne bessere Lesefähigkeiten ernsthafte wirtschaftliche und kulturelle Probleme bekommen wird.
„Wer nicht liest, dem bleiben Welten verschlossen“, sagte Ursula Held. Unsere Gesellschaft sei eine Lesegesellschaft. Wer nicht lesen – und dann auch nicht schreiben könne – sei stigmatisiert und falle aus dem gesellschaftlichen Rahmen.
Eltern könnten die Leselust ihrer Kinder zu Hause spielerisch fördern. „Der Busfahrplan eignet sich dafür ebenso wie der WM-Spielplan. Wenn ein Kind ein Spiel sehen will, kann es Zeit und Programm der Übertragung selbst herausfinden“, schlug die Germanistin vor. Das tägliche Allerlei biete neben kreativen Spielen eine Fülle von Lesemöglichkeiten. „Selbst die Urlaubsplanung kann zur Leseförderung umgestaltet werden, wenn man Kinder in die Planung einbezieht“, so Ursula Held.
Herbert Allerheiligen, Sprecher der „Oldenburger Leselust“ betonte, dass nur derjenige, der selber lese, auch zum Lesen (ver)führen könne. „Der wichtigste Beitrag zur Förderung des Lesens ist, dass Erwachsene selbst lesen. Wie soll ein Kind erfahren, dass Lesen wichtig ist, wenn Vorbilder fehlen?"
Allerheiligen wies die Eltern auf die Autorenlesung mit Bettina Röhl (Tochter von Ulrike Meinhof) aus ihrem Buch „So macht Kommunismus Spaß“ hin, die heute um 20 Uhr in der Liebfrauenschule beginnt. Karten gibt es bei „Tabula” und in der Paul-Maar-Schule, Tel. 20 10 63.
