OFENERDIEK - Mit Deko-Bildern hat Elke Krüger angefangen. Zurzeit befasst sie sich mit Akt und Porträt.

Von Susanne Gloger

OFENERDIEK - Blumenbilder und Landschaften zieren das Wohnzimmer von Elke Krüger. „Das sind Deko-Stücke, die ich anfangs gemalt habe“, erklärt die 56-Jährige. Über die Fehler, die sie damals in ihren Bildern noch gemacht hat, sieht die Ofenerdiekerin hinweg. Schließlich erzählen die Motive und die Farben auch ein wenig über ihr eigenes Leben – über die Gemütslage, in der sie diese Werke erschaffen hat. „Malen ist für mit ein bisschen wie Therapie“, sagt Krüger. Immer wieder habe ihr die Kunst geholfen, Schicksalsschläge besser zu verarbeiten.

Zum einen den Tod ihrer Mutter, die sie aus dem Rheinland nach Oldenburg geholt hatte. „Sie war schwer krank und hat hier noch vier schöne Jahre verlebt.“ Zum anderen hilft der Umgang mit Farben und Pinsel ihr auch über den Verlust ihres Mannes hinweg. „Eine Zeit nach seinem Tod vor anderthalb Jahren konnte ich nicht malen. Doch dann habe ich wieder losgelegt“, erzählt sie. Im ersten Bild nach dieser Krise stecke auch besonders viel Herzeleid.

Mit ihrem Mann, einem gebürtigen Oldenburger, war die aus Langenfeld (bei Düsseldorf) stammende Elke Krüger vor 20 Jahren an die Hunte gezogen – zuerst nach Kreyenbrück. Jetzt wohnt die Witwe in einem schmucken Reihenhaus in Ofenerdiek. „Da kann ich mich besser um meine 85-jährige Schwiegermutter kümmern, die in der Nähe lebt“, erklärt sie.

So viel, wie es irgend geht, widmet sich Elke Krüger ihrem Hobby – obwohl, als reine Hobbymalerin möchte sie sich nicht verstanden wissen. „Ich habe nicht deren Leichtigkeit.“ Und sie ist selbstkritisch: „Talent habe ich auch nicht, ich muss mir alles hart erarbeiten.“ Am Anfang standen Besuche von Volkshochschulkursen, das Wälzen von Literatur, die Auseinandersetzung mit Farbtheorien. Und immer wieder praktische Übungen – ob mit Stift, Kreide, Acryl-Farben oder Öl, ob auf Papier oder Leinwand, auch Skulpturen (z. B. aus Draht oder Holz) stellt Elke Krüger her. Längst gehört sie einer Künstlergruppe an, die ein gemeinsames Atelier bei Professor Helmut Machura in Munderloh hat. Neben Anne Bluschke und Waltraut Heitmann sind auch Ille Schwital und Ulla-Britta Nagler dabei, die – wie berichtet – im Januar im Reichtagspräsidentenpalais in Berlin ausgestellt haben.

„Ich brauche diesen Austausch mit den anderen“, sagt Krüger. Ein- bis zweimal die Woche ist sie in Munderloh. Aber auch zu Hause wird gemalt. Im Gartenhäuschen, das mit Hilfe eines Nachbarn aufgebaut wurde oder im Malzimmer unterm Dach. „Genügsamkeit finde ich schlimm“, betont die 56-Jährige, der es stets darum geht, sich künstlerisch weiterzuentwickeln. Im Moment konzentriert sie sich auf den Akt und das Porträt und freut sich auf ihre erste Einzelausstellung zu diesem Themenbereich ab Juli im Rathaus Hatten.

Malen sei das einzige, was sie wirklich ausfülle, sagt Elke Krüger. „Und ich suche dabei immer die Herausforderung.“ Die abstrakte Malerei sei beispielsweise nicht ihr Ding. „Aber irgendwie weiß ich, da geh’ ich auch noch mal ’ran.“

In dieser NWZ -Serie stellen wir Menschen aus den Stadtteilen und ihre besonderen Hobbys vor.