OLDENBURG - „Hätten wir in Schwarz kommen müssen“, fragte eine junge Frau besorgt ihre Begleiterin. Nein, müssen nicht. Dennoch kamen sehr viele Besucher in Trauerkleidung zum Abschiedskonzert für Fritz Vitu ins Staatstheater. Der beliebte Kammersänger war am 21. Juni überraschend im Alter von 68 Jahren in Oldenburg gestorben. Dass der Abschied von Fritz Vitu, der an diesem Abend eigentlich als Barabaschkin in „Moskau, Tscherjomuschki“ auf der Bühne hätte stehen sollen, persönlich geriet, war vorauszuahnen. Immerhin gehörte Vitu 35 Jahre lang zum Ensemble und war nach seiner Pensionierung dem Staatstheater als Ehrenmitglied und Gast verbunden.

Opernensemble, Opernchor und Staatsorchester gedachten in zehn Auszügen größerer Werke ihres Kollegen. Ihrer Traurigkeit verliehen sie in zwei Requiems von Mozart und Brahms sowie Mahlers Sinfonie „Urlicht“ Ausdruck. Doch „weil traurige Veranstaltungen nicht seine Sache waren“, wie Schauspieler Thomas Birklein zwischen den Musikstücken wissen ließ, dominierten fröhliche und temporeiche Klänge den Abschied.

Und so erinnerten die Mitwirkenden an einige Lieblingsrollen des „großartigen Sängers und wunderbaren Menschen, der uns viel zu früh verlassen hat“, formulierte Birklein. Etwa an den Baron Ochs von Lerchenau in „Der Rosenkavalier, an Sir John Falstaff“ aus der gleichnamigen Verdi-Oper sowie an den Pächter Plumkett aus der Spieloper „Martha“.

Zwischendrin fand Thomas Birklein rührige Worte für den Mann, der Musik und Humor so liebte.

Dabei zitierte der Schauspieler auch aus zahlreichen „konstant vorzüglichen Kritiken“, die Bass-Sänger Fritz Vitu seit der Spielzeit 1969/70 erhalten hatte. Von Bass-Legende und Idealbesetzung war dabei oft die Rede ebenso wie von Glanzleistung, Ausstrahlung und Stimmkraft.

Mit Fritz Vitu verliere das Staatstheater eine „Säule inmitten eines ständig wechselnden Ensembles“, sagte Birklein. Fritz Vitus naturhafte Begabung für Komik sei bewundernswert gewesen, sein Humor eine Gabe des Herzens: „Fritz Vitu muss ein sehr glücklicher Mensch gewesen sein“, endete Birklein.

Langer Applaus folgte am Ende 90 denkwürdiger und schöner Minuten. Sicher galt er den zehn wunderbaren Solisten, dem Opernchor und dem Staatsorchester unter Leitung von Alexander Rumpf. Aber vor allem war er wohl ein letzter Gruß an Fritz Vitu.