• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Andreas von Seggern: „Ich möchte im Guten gehen“

01.03.2019

Oldenburg „Es hat letztlich nicht zusammengepasst“ – viel mehr wollte Dr. Andreas von Seggern eigentlich gar nicht sagen, um seinen Weggang zu begründen. Wie am Donnerstagvormittag bekannt wurde, gibt der 52-Jährige zum 30. Juni auf eigenen Wunsch die Leitung des Stadtmuseums ab. Mit der jüngsten Kritik an der Oldenburger Kulturpolitik oder an den Neubauplänen für das Stadtmuseum habe seine Entscheidung aber „überhaupt nichts zu tun“, betonte er. Es gebe „museumsinterne“ Gründe.

Er und Dr. Nicole Deufel, Leiterin des Amtes für Museen, Sammlungen und Kunsthäuser, hätten „vollkommen unterschiedliche Vorstellungen“ von der Museumsarbeit. Das sei schon seit Längerem ein offenes Geheimnis: „Und dann muss man irgendwann die Konsequenzen ziehen“. Ihn erwarte nun eine „schöne neue Herausforderung“ im Oldenburger Land – mehr wollte er am Donnerstag über seinen neuen Arbeitgeber nicht verraten.

Weiter im Beirat

Von Seggern betonte, dass er nach wie vor am Stadtmuseum hänge und dass er zu dem Entwurf für den Neubau stehe. Er wolle auch dem geplanten Wissenschaftlichen Beirat „auf jeden Fall zur Verfügung stehen“. Der gebürtige Oldenburger hatte 2012 die Nachfolge von Udo Elerd angetreten.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) bedauert die Entscheidung des Museumsleiters. Von Seggern habe im vergangenen Jahr maßgeblich am erfolgreichen Antrag für die Bundesförderung für das neue Stadtmuseum mitgewirkt, sagte er. Zudem habe sich der Historiker stark dafür eingesetzt, den Architekturentwurf für das Museum den Menschen und der Politik in Oldenburg näherzubringen. Er freue sich, dass er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates bleiben und damit dem Stadtmuseum verbunden bleiben wolle.

Grundsätzlich sieht von Seggern einen sich „dramatisch verändernden Museumsdiskurs“. Dazu gehören Stichwörter wie Partizipation, Inklusion und Teilhabe. Doch er komme von der „pragmatischen Seite“ und schaue, „welche Ressourcen zur Verfügung stehen, um alle Schlagworte, die derzeit im Umlauf sind, eins zu eins umzusetzen“. Er sei klassisch ausgebildet und gehe von der Sammlung aus, um neue Themen zu generieren. Den neuen Diskurs finde er durchaus legitim, wenn auch nicht „in der Radikalität“. Er mache aber Platz, um dem neuen Ansatz eine Chance zu geben: „Ich möchte im Guten gehen“.

Die Leiterin der Städtischen Museen, Nicole Deufel, hatte seit 2005 in Großbritannien gearbeitet und war zuletzt „Development Manager im St. Albans Museums Service“. In angelsächsischen Ländern wurde Mitte der 90er Jahre der Begriff des „Audience Development“ eingeführt als eine Bezeichnung für die strategische Entwicklung neuen Publikums für Kultureinrichtungen mithilfe unterschiedlicher Vermittlungs-Funktionen.

Neue Formate

Zum Einstieg in Oldenburg hatte die Museumsdirektorin im Interview ihr Konzept erläutert. Demnach sollte ein Museum „nicht allein von Fachinteressen gesteuert“ werden, sondern eine Rolle in der Stadt und im Leben der Menschen spielen. Das sei eine etwas andere Herangehensweise als die klassische, die mit dem eng gefassten Bildungsauftrag der Museen in Deutschland zu tun habe.

Als Audience Development Managerin hatte sie zusammen mit ihrem Team verschiedene Formate entwickelt, um mit dem Publikum in einen Dialog zu treten. Praktiziert wurde das bereits 2018 im Stadtmuseum mit der Ausstellung „‚Anerkennung!‘ Von gesellschaftlichen Kämpfen um Teilhabe“. Dabei kooperierten unterschiedlichste Partner der Stadt und konnten sich die Besucher auch selbst einbringen.

Regina Jerichow Stellv. Redaktionsleitung / Kulturredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2061
Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2101
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.