OLDENBURG - Sieben Jahre lang haben sie sich aktiv mit den Oldenburger Straßenseitengräben beschäftigt: Nun ist Schluss. Die Gruppe „Kleingräben“ der Lokalen Agenda 21 stellt ihre Tätigkeit zum Jahresende ein. „Wir sind der Ansicht, das Thema in dem Rahmen, den die Agenda der Stadt Oldenburg ermöglicht hat, erschöpfend bearbeitet zu haben“, erklärt Heinz Tenfelde. Er ist der Sprecher der kleinen Gruppe. Ihm stehen Hans Paetzold und Heinz Marburg zur Seite.

Die Verbesserung der „unzulänglichen Zustände“ der Gräben hatte sich die Gruppe auf die Fahne geschrieben. Bei einer Bestandsaufnahme stellte sie fest, dass viele Gräben von der Stadtverwaltung und Anliegern unnötig verbaut worden waren. Schnell lernte die Gruppe, „dass die Rekultivierung der Gräben eine der wichtigsten und wirksamsten Maßnahmen ist“, so Tenfelde.

Und das muss nicht teuer sein: Das bewies man mit einem Pilotprojekt im Heideweg/Mümmelmannsweg. Laut Heinz Tenfelde holte man mit Hilfe von Anliegern, Nachbarn, dem Bürgerverein und dem Siedlerbund Sondermüll aus dem Graben. Der Rückbau kostete 260 Euro. Für dieses Projekt bekam die Gruppe bei einem Wettbewerb der Deutschen Bundes-Umweltstiftung einen mit 2000 Euro dotierten Förderpreis (die NWZ berichtete).

In einem weiteren Pilotprojekt an der Hardenbergstraße kam der von der Gruppe konstruierte „Oldenburger Grabenstein“ zum Einsatz. Dieser Stein sei aus ökologischer Hinsicht allen anderen Verbauarten um Längen überlegen, so Tenfelde. Das habe der Biologe Professor Dr. Rainer Buchwald, der die Projekte wissenschaftlich begleitete, mit seinen jährlichen Untersuchungen nachgewiesen.

Von Beginn an stand die Gruppe mit dem OOWV in Verbindung. „Eindeutig wurde uns erklärt, der OOWV will, soweit möglich, die offenen Straßengräben erhalten“, sagt Tenfelde. Die Gräben seien in der Lage, 60 000 Kubikmeter Wasser zu speichern. Hätte man sie nicht, käme es schon jetzt zu erheblichen Überschwemmungen.

„Die Agendagruppe ’Kleingräben‘ darf mit Stolz für sich in Anspruch nehmen, einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen zu haben, das Thema in das Bewusstsein von Rat, Verwaltung und Bürgern gebracht zu haben“, sagt Tenfelde. Nun seien die Dezernatsleiter und Amtsleiter in der Pflicht. „Es kann nicht die Aufgabe einer ehrenamtlich tätigen Agendagruppe sein, die nachgewiesenen Verbesserungsmöglichkeiten bei den zuständigen Stellen der Verwaltung durchzusetzen.“