Oldenburg - Eine Party im Jugendkulturzentrum Cadillac? Nur für uns? Dutzende Mädchen und junge Frauen folgten der Einladung für Freitagnachmittag, um zu feiern. Anlass für die Party war der internationale Mädchentag, der jedes Jahr am 11. Oktober gefeiert wird. „Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Mädchen in der Gesellschaft ein starkes Bild abgeben“, sagte Mitorganisatorin Ina Ruschinski am Freitag.
Zu der Feier eingeladen hatte der Arbeitskreis Mädchenarbeit, der sein 30-jähriges Bestehen feiert. Auf Initiative der damaligen Frauenbeauftragten der Stadt Oldenburg, Annette Fischer, wurde der Arbeitskreis ins Leben gerufen. Heute setzt er sich aus Vertreterinnen verschiedener Oldenburger Einrichtungen wie dem Gleichstellungsbüro, dem Mädchenhaus und vielen Freizeitstätten zusammen.
„Der Arbeitskreis plant Veranstaltungen, diskutiert gesellschaftliche Veränderungen und hinterfragt unermüdlich Schönheitsnormen und Rollenvorstellungen“, fasst Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt zusammen. „Gesellschaftliche Veränderungen brauchen Beharrlichkeit.“ Das weiß auch Ina Ruschinski, die schon seit 25 Jahren beim Arbeitskreis mitwirkt. „Die Themen sind dieselben geblieben. Meiner Meinung nach hat sich eher die Gesellschaft verändert“, sagt die 49-jährige Oldenburgerin. „Unser Ziel war und ist es, Gleichberechtigung zu schaffen“, sagt sie. Ruschinski freut sich besonders darüber, dass es heute eine „Generation jüngerer Pädagoginnen“ gibt, die sich ebenfalls mit dem Thema auseinandersetzt. Auch unter dem Stichwort Medienkompetenz und der Digitalisierung.
In diese Kategorie fällt Beispielsweise Annika Dühnen (28) vom Mädchenhaus Oldenburg. Was sagt die Pädagogin dazu, dass sich junge Frauen in Sozialen Netzwerken wie Instagram oft in traditionellen, veralteten Rollen präsentieren? „Klassische Fotos, die traditionelle Werte vermitteln, sind beliebt. Und was beliebt ist, bringt Klicks und somit Berühmtheit“, sagt sie. Auf der anderen Seite gebe es ebenso viele starke, emanzipierte Frauen, die auch im Internet für diese Qualitäten einstehen. Doch was zeichnet eigentlich starke Mädchen aus? „Mädchen, die herausfinden wollen, wer sie eigentlich sind und das dann auch ausleben. Ich finde, das zeichnet Stärke aus“, sagt die 28-Jährige. „Aber auch ruhige Mädchen sind stark. Es muss nicht jeder wie Pippi Langstrumpf sein“, findet sie.
Ruhig war es am Freitagnachmittag im Cadillac definitiv nicht. Neben Hip-Hop- und Selbstverteidigungsworkshops konnten die Mädchen im Cadillac auch T-Shirts verzieren, Tischkickern oder mit ihren Freundinnen in einer Fotobox posieren. Auf der Bühne konnten sie sich an verschiedenen Trommeln ausprobieren, bevor sie sich an einem internationalen Buffet sattessen konnten. Doch was wäre eine richtige Party ohne die passende Musik? Zum Abschluss der Mädchenfeier legte DJane „D-Jinx“ Musik auf und animierte zum Karaoke.
