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NWZonline.de Nachrichten Kultur

„Männern ist es verboten zu versagen!“

09.02.2019

Oldenburg „Paragraf 1: Männern ist es verboten, Männer zu begehren! Paragraf 2: Männern ist es verboten zu versagen! Paragraf 3: Männern ist es verboten zu irren!“

Während zwei der drei Paragrafen, die da auf der just gefundenen Schatzkarte stehen, zustimmendes Gemurmel oder gar lautstarkes Einverständnis der „echten Männer“ hervorrufen, trifft ein anderer auch auf Zeichen des Bedauerns. Bei diesen bärtigen „echten Männern“, die da gerade im Feinrippshirt auf der Bühne stehen, handelt es sich um Teilnehmer des Erwachsenenclubs des Oldenburgischen Staatstheaters. In drei Wochen feiert ihr Stück „All of me – ein modernes Märchen“ Premiere in der Exerzierhalle. Insgesamt 28 Frauen und Männer haben sich – aufgeteilt in eine vorwiegend männliche und eine vorwiegend weibliche Gruppe – seit Beginn der aktuellen Spielzeit mit dem Thema Mann- beziehungsweise Frausein auseinandergesetzt und unter der Leitung von Theaterpädagogin Hanna Puka und Regisseurin Katharina Birch ein eigenes Theaterstück entwickelt.

„Es waren einmal Frauen und Männer, die aufs Innigste miteinander verbunden waren. Eines Tages wurden sie durch einen göttlichen Wink schmerzvoll voneinander getrennt. Seit dieser Zeit irren sie umher, auf der Suche nach dem jeweils anderen und fragen sich: Wer bin ich? Wer darf ich sein?“, heißt es in der Ankündigung. „Mit sich und der Welt in Einklang zu kommen, ist eine der größten Herausforderungen des Menschseins“, findet Teilnehmer Fabian Stöck. So versuchen die Figuren in dem Stück, unter den wachsamen Augen von einigen Göttinnen und Göttern, ihr jeweiliges Ich zu finden – ein „typisch weiblich“ oder „typisch männlich“ muss daraus nicht zwangsläufig entstehen. „Prügeln wollen wir uns auch!“, hieß es beispielsweise aus der Frauen-Gruppe, als die männlichen Mitspieler eine entsprechende Szene planten.

Wie im Western: Jeder kämpft gegen jeden (Probenbild) Bild: Jantje Ziegeler

„Es ist wahnsinnig spannend mitzuwirken und zu sehen und erleben, wie nach und nach das Stück entsteht“, erzählt Fabian Stöck. Anfangs sei er noch schüchtern gewesen, erinnert sich der Friesoyther. Doch inzwischen ist das anders: „Der Zusammenhalt wird immer größer. Alle sind sehr offen und hilfsbereit. Jeder hat die Möglichkeit, seine Ideen zu äußern. Der Spaß kommt auch nicht zu kurz.“

Dem kann sein Mitspieler Holger Schlüsselburg nur zustimmen: „Sich mit Gleichgesinnten einer Themenstellung hinzugeben, in sich hineinzuhorchen, Grenzen auszuloten, Grenzen zuzulassen und gegebenenfalls zu überwinden, Ideen reifen zu lassen, zu erarbeiten und mittels professioneller Begleitung in eine bühnenreife Performance umzusetzen verdient mehr als den Applaus nach einer jeden Vorstellung.“ Für den 52-Jährigen, der sogar extra jedes Mal aus Leer zu den Proben nach Oldenburg fährt, war weniger das Thema des Theaterclubs ausschlaggebend für seine Teilnahme, sondern die Tatsache, mit ihm unbekannten Menschen etwas umzusetzen.

Theaterpädagogik am Staatstheater

Die Theaterclubs sind ein offener Raum für die künstlerische Theaterarbeit. Hier besteht die Möglichkeit, sich künstlerisch auszuprobieren und als schöpferisch-tätiger Mensch zu begreifen. Die Kinderclubs sind für alle von 8 bis 12 Jahren, die Jugendclubs für alle von 14 bis 19 Jahren und der Erwachsenenclub ist für alle ab 19 Jahren.

In der Multimedia-Dokumentation „Jantje macht Theater“ hat NWZ-Redakteurin Jantje Ziegeler die Arbeit des Theaterclubs während der gesamten Spielzeit 2017/2018 begleitet – vom ersten Kennenlernen bis zur Premiere.

„Warum ist Sanftheit immer weiblich und Aggressivität immer männlich? Und was ist dann menschlich – und was ist konstruiert?“ Diese Fragen hat sich Margit Ostern gestellt, die wie Holger Schlüsselburg bereits zum zweiten Mal beim Erwachsenenclub mitwirkt. Sie ist eine der vier Frauen, die sich in der ansonsten männlichen Teilnehmergruppe mit dem Thema Mannsein auseinandergesetzt hat. Erst vor kurzem lernten sich Männer- und Frauengruppe gegenseitig kennen, probierten erste Verknüpfungen ihrer jeweiligen Szenen miteinander aus.

Die Mitwirkenden fiebern bereits dem 2. März entgegen: Dann wollen sie die Ergebnisse ihrer künstlerischen Auseinandersetzung in der Exerzierhalle erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Die Premiere ist bereits ausverkauft, Karten gibt es noch für die Vorstellungen am Sonntagnachmittag und -abend, 3. März, sowie für Montagabend, 11. März.

Jantje Ziegeler Redakteurin / Online-Redaktion
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