OLDENBURG - Die eine Schau ist seit Sonntag zu sehen. Eine andere wird erst heute Abend fertig sein.

Von Klaus Fricke

OLDENBURG - Die Stille eines Museums ist der Mohrmann-Halle fremd. „Hier entsteht eine Ausstellung während der Ausstellung“, grinst Andreas Oevermann. Es ist wirklich etwas komisch: Da steht der Architektur-Professor mitten in der Mohrmann-Halle am Pferdemarkt und lässt eine Schau über Text im Raum installieren – und rund um die sägenden und malenden Fachhochschulstudenten herum ist schon seit vergangenem Sonntag alles fertig. Doch wenn es um Baukultur geht, darf es auch überraschend sein. Und dafür steht seit einigen Tagen die Ausstellungsfolge „bau_ werk-Sommer. Forum für Baukultur und zukunftsfähiges Bauen“.

„Die Mohrmann-Halle ist ein idealer Raum für so ein Thema“, findet Carl Deters, Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft und Hochbau. Er ist verantwortlich für die Ausstellung der Projekte des dänischen Architekten Carsten Lorenzen. „Bei denen kann man sehen, was in Oldenburg möglich ist“, sagt Deters.

Vor der Tür schütteln sich derweil Herbert-Ernst Prüss und Bruno Blume die Hand. Die beiden Architekten vom Bund deutscher Baumeister haben ihre Idee umgesetzt und die Mohrmann-Halle (größtenteils) verhüllt. 500 m² Ado-Vorhangstoff wurden verarbeitet, um „Blicke auf die Fassaden zu lenken, Interesse für die Halle zu wecken, Gebäude als Lebenshülle, als zweite Haut der Menschen zu zeigen“, meint Prüss.

Die Fachhochschulstudenten schwitzen noch über ihrer Inszenierung von Raum und Text. Unter Wasser, in der Höhe und zwischen Papierstreifen sind Theorien über Architektur zu lesen – der beste kommt von einem Oldenburger Sechstklässler: „Architektur kann ein Erdloch sein oder der Turm zu Babel.“