OLDENBURG - Ein ehemaliger Cäcilienschüler kehrte ganz in die Nähe seiner alten Wirkungsstätte zurück: Nach zehn musikalisch umtriebigen und produktiven Jahren gab der gebürtige Oldenburger Moritz Sembritzki mit seiner neuen Jazz-Formation ein Konzert im Wilhelm13.
Sein erstes Konzert spielte Moritz Sembritzki im Alter von neun Jahren mit einer Kinderrockband in der Kulturetage. Mit der gleichen Band trat er in der Folgezeit bei diversen Anlässen in der Region auf. Unter anderem gewann er den Wettbewerb „Abrocken und gewinnen“, spielte ein Radiokonzert im NDR und absolvierte einen Open Air Auftritt auf der „Breminale“.
Gleichzeitig nahm Sembritzki Gitarrenunterricht an der städtischen Musikschule, begeisterte sich für Hip Hop und Hendrix und entdeckte kurze Zeit später den Jazz für sich. Er besuchte den Musikzweig der Cäcilienschule, wurde Mitglied des Landesjugendjazzorchesters Niedersachsen und erhielt den Kompositionspreis der Universität Oldenburg. Mit der Band „Bonuskäse“ gewann er den Wettbewerb „Jugend Jazzt“.
Während seiner Zivildienstzeit in Köln genoss er Gitarren- und Kompositionsunterricht bei Professoren der dortigen Musikhochschule.
Sein Studium begann an der Musikhochschule in Weimar, wo er das Trio „Kniefte“ gründete, das zahlreiche Konzerte in Deutschland spielte. Nach drei Jahren wechselte Sembritzki seinen Studienort und zog nach Leipzig. Dort gründete er die Big Band „Moritz und das große alte Problem“. Nach einem Studienaufenthalt am Conservatoire de Paris kehrte er nach Deutschland zurück, gewann den Leipziger Jazzpreis und schloss sein Gitarren- und Kompositionsstudium ab.
Inzwischen lebt Moritz Sembritzki in Berlin. Neben seiner Big Band „Das große alte Problem“ spielt er in der deutschlandweit erfolgreichen Pop Band „Chapeau Claque“, ist Assistent Director der New Yorker Komponistin Lisa Bielawa für das internationale Projekt „Tempelhof Broadcast“ und arbeitet als Dozent für Gehörbildung und Ensemble an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig.
Mit seinem neuen Trio brachte der Gitarrist Sembritzki mit Tim Kleinsorge und Philipp Scholz einen etablierten Berliner Jazzbassisten und einen jungen Ausnahmeschlagzeuger aus Leipzig zusammen. Das im Wilhelm13 vorgestellte Ergebnis machte den Eindruck, als hätten sich ein Rockgitarrist, ein Hip Hop DJ und ein Komponist Neuer Musik so lange in Jazzsprache unterhalten, bis aus ihren Akzenten ein neuer Dialekt entstanden ist.
