Oldenburg - Das Kunstwerk des Monats ist ein Historienbild von Wolfgang Heimbach (ca. 1615–1675). Der Maler war ein gebürtiger Oldenburger, der zwar lange im Ausland lebte, jedoch im Laufe seines Lebens mehrfach für längere Zeit in seine Heimat zurückkehrte.

Heimbach setzt in diesem Gemälde eine im 17. Jahrhundert beliebte Szene aus dem Leben Alexanders des Großen ins Bild, nämlich die Unterwerfung der in Kriegsgefangenschaft geratenen Familie seines Kontrahenten, des persischen Großkönig Darius III., nach der Schlacht bei Issos (333 v. Chr.). Der antiken Überlieferung zufolge behandelte Alexander die Angehörigen seines Feindes ungewöhnlich milde. Daher bemühten Künstler gern dieses Bildmotiv, wenn sie die klassische Fürstentugend „Großmut“ vergegenständlichen wollten.

Im 17. Jahrhundert versahen sie die antiken Helden gern mit den Physiognomien ihrer eigenen Fürsten. Heimbach folgte dieser Praxis seiner Kollegen, denn im siegreichen und großmütigen Alexander lässt sich unschwer ein Porträt König Friedrich III. von Dänemark (1609–1670) erkennen. Die Signatur datiert den Malprozess 1666 und erläutert darüber hinaus, dass der Künstler sein Bild in Oldenburg gemalt hat.

Heimbach hat vor seinen Namen die Abkürzung „Old:“ gesetzt, so wie er seine in Kopenhagen gemalten Bilder fast immer mit einem „Cop:“ zu ergänzen pflegte. Aus der Aktenüberlieferung des 17. Jahrhunderts wissen wir, dass Graf Anton Günther (1583– 1667) dem eigentlich in Ovelgönne beheimateten Maler Heimbach zeitweise einen Atelierraum im Oldenburger Schloss zur Verfügung gestellt hatte.

Sehr wahrscheinlich wurde das Gemälde also in den Mauern des heutigen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte angefertigt. Dorthin kehrte es 1965 durch einen Ankauf aus dem englischen Kunsthandel zurück.

Was zeigt unser Bild nun im Einzelnen? Der Betrachter blickt in eine hallenähnliche Palastarchitektur. Eine illustre Gesellschaft hat sich im Vordergrund eingefunden. Die Bildmitte wird von der Gemahlin des Darius und ihren Töchtern beansprucht. Mit gebeugten Knien begrüßen die Frauen den siegreichen König der Makedonen, der sich von rechts mit mehreren Gefährten und Soldaten nähert. Der antike Autor Plutarch (ca. 45–125 n.Chr.) berichtet in seiner Alexander-Biografie von einer peinlichen Verwechselung, die der Gattin des persischen Großkönigs seinerzeit unterlief: Sie verwechselte Alexanders Freund Hephaistion mit dem Makedonenkönig und bedachte jenen mit größeren Ehren als Alexander.

Letzterer nahm den Irrtum jedoch sportlich.