OLDENBURG - Offiziell lag Japan auch vor 150 Jahren 9500 Kilometer von Europa entfernt, aber im Grunde trennten damals Welten das isolierte asiatische Land vom Westen. Als es sich öffnete, übernahmen zwei Oldenburger Brüder eine bedeutende Rolle beim Aufbau der modernen Gesellschaft. Auf dieses Wirken von Carl und Rudolph Lehmann weist eine Ausstellung im Staatsarchiv am Damm hin, die am Freitag, 8. April, um 15 Uhr eröffnet wird.
„Oldenburgs Beziehungen nach Japan im 19. Jahrhundert, so der Titel, wurden stark von den beiden Geschäftsleuten und Pädagogen geprägt. Vom Elternhaus in der Peterstraße starteten sie universelle Karrieren. Carl (1831-1874) wurde Schiffbauer in Baltimore, Werftleiter in Rotterdam und 1862 Berater des Shoguns in Nagasaki. Rudolph (1842-1914) folgte ihm sieben Jahre später nach Osaka. „Man kann die beiden Global Player nennen, obwohl es diesen Begriff damals noch nicht gab, sagt Dr. Gerd Hoffmann. Der frühere Professor an der Fachhochschule Oldenburg hat mit Hilfe der früher in Oldenburg lebenden Japanerin Fumi Yamaguchi die spannende Familiengeschichte erforscht. Zur Ausstellungs-Eröffnung wird er Weg und Wirken der Oldenburger Japan-Pioniere skizzieren. Die Ausstellung im Staatsarchiv ist bis zum 24. Juni montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet, dienstags und donnerstags bis 18.30 Uhr.
