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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Das Grauen des Krieges eingefangen

09.08.2019

Oldenburg „Den Krieg versuchte ich zu malen, symbolhaft, die endlosen dunklen Nächte (kaltes Blau), durchglüht vom roten Feuer, zerrissen von aufflammenden Horizonten“, erinnerte sich der Künstler Fritz Fuhrken (1894–1943) an seine Schreckenserfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg, die er eindrücklich in seinen Bildern verarbeitete.

Den 125. Geburtstag Fuhrkens nimmt das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg nun zum Anlass, ausgewählte Werke vom 10. August bis zum 1. Dezember in einer Kabinettschau im Prinzenpalais zu präsentieren. 25 Arbeiten aus den Beständen des Museums und Leihgaben aus Familienbesitz dokumentieren das Leben und Schaffen eines außergewöhnlichen Künstlers, der lange in Vergessenheit geraten war.

Zentraler Bestandteil der Schau sind Aquarelle, die zwischen 1918 und 1923 entstanden und die geprägt sind von intensiver Farbkraft und den traumatischen Kriegserlebnissen. Zur Ausstellung kommen außerdem Lithografien, Tuschezeichnungen sowie Skizzenbücher.

Fritz Fuhrken wurde am 31. Juli 1894 in Oldenburg-Nadorst geboren. Im Gegensatz zu den Malern Franz Radziwill, Fritz Stuckenberg, Jan Oeltjen und Georg von der Vring gehört Fuhrken zu den weniger bekannten Künstlern des Oldenburger Landes.

Der Ausbruch an Gewalt und der Schock des Ersten Weltkriegs, den er auf den Schlachtfeldern in Galizien und an der Somme erlebte, veranlassten ihn zu einem Bildfuror, der das Grauen in zersplitterten Bildvisionen bannte. Neben expressiven Landschaftsdarstellungen entstanden um 1919/20 farbstarke Aquarelle im Stil eines dynamischen Kubofuturismus.

Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft besuchte Fuhrken, begleitend zu seiner Tätigkeit als Volksschullehrer, die Grafikklasse von Willy Menz an der Bremer Kunstgewerbeschule. Mit Franz Bronstert, Georg Philipp Wörlen, Carry Hauser und Reinhard Hilker gründete er die Künstlergemeinschaft „Der Fels“, deren Werke 1923 im Oldenburger Lappan ausgestellt wurden. Nach den Sujets aus dem Krieg greift Fuhrken Anfang der 1920er Jahre literarische Motive wie Märchenillustrationen, biblische Szenen und Illustrationen zu Dantes „Göttlicher Komödie“ auf. Ab Mitte der 1920er Jahre wandte er sich einer gemäßigteren Formensprache und einem gedämpften Kolorit zu. Die Strahlkraft seiner frühen Aquarelle findet sich nur noch in vereinzelten Blättern, wie etwa in der Ansicht vom „Hardanger Fjord“, entstanden auf einer Norwegenreise 1935.

1939 wurde Fuhrken erneut zum Kriegsdienst eingezogen und erlebte die Schlacht um Stalingrad. Desillusioniert notiert er im Juli 1943: „Verblendung schlechthin“. Tage später nimmt Fuhrken sich das Leben.

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