OLDENBURG - Die große Komik-Ausstellung „Schwarz, Brot, Gold“ lockt noch bis zum 5. Februar 2006 in Oldenburg. Sie ist im Augusteum und im Kunstverein zu sehen.
von Reinhard tschapke
OLDENBURG - Bilderbuch ist ein leider schon feststehender Begriff. Aber genau dieser Begriff bezeichnet eigentlich im besten Sinne die Arbeiten des kürzlich gestorbenen Grafikers Friedrich Karl Waechter.Der Frankfurter schuf Bildergeschichten für Erwachsene. Und, naja, auch für Kinder. Listige Geschichten sind das, oft mit knalligen Bildern. Oder auch mal hinterlistige Geschichten, oft in sanften Tönen.
Waechter spielte eben in seiner ganz eigenen Art auf der gesamten Klaviatur des Komischen. Seine letzten Arbeiten – der Cartoonist starb am 16. September im Alter von 67 Jahren – sind jetzt noch bis zum 5. Februar im Oldenburger Landesmuseum im Augusteum zu sehen. Dabei handelt es sich um Original-Vorlagen für das letzte von ihm fertiggestellte Büchlein „Vollmond“ (Diogenes, Zürich, 37 Seiten, 12,90 Euro).
Das kleine Werk erzählt im fein berlinernden Stil („Ick sitze hier und esse Klops, uff eenmal klopps“) von einer putzigen Reise zum Mond und zurück. Daneben ist es irgendwie auch eine bezaubernde, anrührende Liebesgeschichte: „Ick Dussel! Nu wird allet scheen“, heißt es am Schluss. Mit Icke und Mariechen sehen wir zwei, die sich mögen. Und das ist doch wirklich schön.
Der „Vollmond“-Zyklus ist nur ein Teil der großen Komikausstellung, die in der nächsten Zeit auch mit einigen Veranstaltungen (siehe nebenstehenden Kasten) lockt. In der Schau sind erstmals in dieser erstaunlichen Zahl alle großen satirischen Zeichner von „Pardon“ oder „Titanic“ vertreten. Zu den 44 Künstlern gehören neben Waechter etwa auch Robert Gernhardt, Ernst Kahl, Hans Traxler, Bernd Pfarr, Volker Kriegel, F. W. Bernstein, Rudi Hurzlmeier oder Rattelschneck.
Im Kunstverein geht es da schon kritischer, politischer, ein klein wenig ernster zu mit Malereien, Collagen und Zeichnungen von Jörg Immendorff, Martin Kippenberger, Franz West oder Josephine Meckseper.
Hier was für’n Kopp, dort was für'n Bauch? Sagen wir es anders: Wer wirklich mal so richtig schlechte Laune hat, der sollte zuerst ins Oldenburger Augusteum gehen. Er kommt nämlich besser wieder raus.
