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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Graf Anton Günther bat die Händler zur Kasse

22.03.2019

Oldenburg Es hatte drei Generationen gedauert, bevor der Graf von Oldenburg ein besonderes kaiserliches Privileg erhielt – nämlich bei Oberhammelwarden und später Elsfleth Zoll zu erheben. Zoll, den die Schiffer entrichten mussten, wenn sie auf der Weser nach Bremen fuhren. Der von Bremern hart bekämpfte Weserzoll wurde vor 400 Jahren ermöglicht.

Graf Anton Günther (1583– 1667) hatte es im Gegensatz zu seinen Vorfahren geschafft, die Kurfürsten von dem Zollprivileg zu überzeugen, damit stand der Genehmigung durch den Kaiser nichts mehr im Wege. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte nimmt den 400. Jahrestag zum Anlass für eine Ausstellung „Graf Anton Günther und sein Weserzoll“, die von diesem Sonntag an bis zum 15. September im Schloss zu sehen ist.

Kabinettausstellung

„Graf Anton Günther und sein Weserzoll“: 24. März bis 15. September im Oldenburger Schloss. Geöffnet: dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.

Zu sehen sind 16 Objekte aus der Sammlung des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, Porträts, Gnadenpfennige, Porträtminiaturen, Münzen, Urkunden (aus dem Landesarchiv) und Karten. Ausgestellt wird auch die Originalmähne des gräflichen Lieblingspferds „Kranich“ aus dem Bestand des Landesmuseums für Natur und Mensch.

Den Weserzoll erreichte der Herrscher durch geschickte Diplomatie, man könnte auch sagen Bestechung: „Anton Günther hat anders gearbeitet als seine Vorfahren – mit Geschenken. Das war damals nicht ehrenrührig“, erläutert der Kurator, der Historiker Dr. Michael Reinbold.

Anton Günther stimmte die Entscheidungsträger günstig. Er verteilte großzügig Geschenke an die, die ihm gewogen waren. Berühmt sind seine Pferdegeschenke. Durch ein Netzwerk von Fürsten und Zuträgern, die ihm wohlgesonnen waren, schaffte es Anton Günther, den Anspruch durchzusetzen. Ihm gehörte das westliche Weserufer und auch das Land Wührden auf der östlichen Weserseite.

Als Grund für den Zoll führte der Graf die Aufwendungen für den Deichbau an. Dokumentiert ist das in der Schau durch Karten, die Anton Günther anfertigen ließ, und auf denen die von der See geplagte Küstenlinie zeichnerisch dramatisiert ist. Auch etliche Dokumente seiner Diplomatie sind zu sehen: Die Liste der Geschenke (in Geheimcode) an Gesandte und Fürsten, die kaiserliche Zollurkunde, die Einnahmebücher und eben auch die Mähne seines Lieblingspferdes „Kranich“ sind weitere Ausstellungsstücke.

Welche Bedeutung der Weserzoll hatte, ermisst sich an den Einnahmen: 19 636 Reichsthaler betrug die Einnahme in Anton Günthers Todesjahr, zur Zeit des Großherzogs Peter Friedrich Ludwig gar 135 000 Reichsthaler. Im Jahr 1803 musste Oldenburg auf den Weserzoll verzichten, erhielt zum Ausgleich die Ämter Cloppenburg, Vechta und Wildeshausen. Ohne Anton Günther hätte es also keinen Gebietszuwachs gegeben.

Wirkmächtig ist der Weserzoll allemal. Noch heute wird er ins Feld geführt, um die Rivalität zwischen Oldenburg und Bremen zu bekräftigen. Museumsleiter Dr. Rainer Stamm bescheinigte dem Kurator, wie ein Echolot gearbeitet zu haben, der an den Exponaten entwickelt habe, „welche Geschichte wir erzählen können“.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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