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NWZonline.de Nachrichten Kultur

In Pausen zeichnerisch aktiv werden

04.06.2019

Oldenburg Dass Alexander Goretzki gelegentlich auch zeichnet, war bisher unbekannt. Die NWZ-Galerie präsentiert also eine Entdeckung. Die Schau umfasst zwei Zeichnungsgruppen: Eine ältere Reihe war vor etwa 20 Jahren geschaffen worden, wurde dann zur Seite gelegt und erst jetzt wiederentdeckt. Die zweite Gruppe stammt aus jüngster Zeit. Etliche der älteren Blätter wurden am Computer „aufgefrischt” durch Farbbegleitung einzelner Linien und zuweilen Tönung des Untergrundes, ohne dass der ursprüngliche Charakter der Skizze verändert wurde.

Die Ausstellung trägt den Titel „Bleistiftgeflüster – Versteinerungen und Lösungen“. Er deutet sowohl das Beiläufige dieser Zeichnungen an, wie sie ein Musiker aufs Papier wirft, wenn er Pausen macht. Der Titel meint aber auch Motive gegensätzlicher Art. Einerseits wird eine feste Gegenständlichkeit angedeutet, Steine, Bäume, Häuser lassen sich erkennen. Andererseits spielen manche Zeichnungen mit lockeren Lineamenten und basieren auf flüchtigen Strichen, die das weite Feld von Assoziationen öffnen. Sie gleichen Improvisationen, die wohl ein Thema anklingen lassen, es aber nicht weiter ausbauen.

Eine Zeichnung fällt auf: Sie zeigt einen Kopf, der von einer Hand gestützt wird. Der Kopf ist von einem dichten Liniengeflecht umgeben. Das ist die Situation des Künstlers bei diesen Zeichnungen: Den Kopf umschwirren noch die Töne, mit der Zeichnung bahnen sich Gedanken einen Weg. Sobald dem Künstler die Richtung klar ist, bricht er ab. Nur in neueren Arbeiten werden die Linien zuweilen zu dichteren Kompositionen zusammengeführt. Aber sie bleiben Einzelstücke. Sie sind Notizen, können Bemerkungen enthalten, und sind Versuche, die Welt zu verstehen.

Goretzki spricht von einem autobiografischen Charakter – die Zeichnungen deuten Stimmungslagen des Künstlers an, sichtbar an ganz emotional und unreflektiert auf das Blatt Papier gesetzten dichten Linienbündeln oder im Gegensatz dazu an weit auseinander liegenden Strichen und Kürzeln, offen für eine spätere Fortsetzung, die dann aber nicht erfolgt ist. Vom Musikalischen angeregt ließe sich an Klang denken, und wenn die einzelne Zeichnung einen durchschaubaren Aufbau zeigt, könnte von kompositioneller Ordnung gesprochen werden, nicht zuletzt, wenn eine Annäherung an einen symmetrischen Aufbau zu entdecken ist. Taucht eine Zeilenstruktur auf, liegt der Gedanke an ein Notenblatt nicht fern. Ob Strichhäufung oder Schichtungen eine inhaltliche Bedeutung haben, wird der Fantasie des Betrachters überlassen.

Vielleicht waren die Zeichnungen dem bekannten Musiker und Organisator musikalischer Veranstaltungen ein Ausgleich beim Warten und in den Pausen zwischen den Veranstaltungen.

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