OLDENBURG - Was geschieht eigentlich konkret an der norddeutschen Küste, wenn das Eis an den Polkappen schmilzt, wenn der Wasserspiegel steigt, die Sonne länger und intensiver scheint und die Regenfälle kürzer aber dafür heftiger ausfallen?

Mit diesen und ähnlichen Fragen des globalen Klimawandels und den Auswirkungen auf die Region beschäftigt sich Dr. Carsten Ritzau vom Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg bereits seit mehreren Jahren. Jetzt ist seine Sonderausstellung fertig,. In den kommenden drei Monaten haben dort die Besucher die Möglichkeit, sich zu informieren, sich ein eigenes Bild zu machen, die einzelnen Aspekte im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen.

Ritzaus eigene Bilanz nach der intensiven Beschäftigung mit dem Thema: „Es gibt keinen Anlass für Panikmache. Wir müssen uns nicht sorgen, sondern vorsorgen.“ Mit der Ausstellung will das Museum auch einen Beitrag gegen die Verunsicherung vieler Menschen leisten. Zu viele Gruppen hätten versucht, mit dieses Thematik ihr eigenes Süppchen zu kochen. Deshalb soll eine sachliche Darstellung die Ursachen und Folgen des globalen Klimawandels beleuchtet werden. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung Strategien zur Vorbeugung und Anpassung.

Auf zwei Ausstellungsetagen gibt es zunächst einen Rundgang mit einer thematischen Einführung, bevor dann in einem großen Raum auf einer riesigen Norddeutschland-Landkarte mehrere Info-Inseln das Thema behandeln – jeweils mit der Möglichkeit, inhaltlich sehr tief zu graben. Dargestellt werden die Bereiche Natur und Umwelt, Technik, Forschung und der Küstenschutz.

Bei den Einzelthemen wird jeweils deutlich herausgearbeitet, was zu den speziellen Fragen in Norddeutschland geschieht. Zahlreiche Institutionen aus Forschung und Wirtschaft haben die Ausstellungsmacher unterstützt, so dass neben den Herausforderungen durch den Klimawandel auch die Chancen verdeutlicht werden, die sich beispielsweise durch Produktentwicklungen oder neue Technologien wie Bio-Reaktoren mit Algen ergeben.  

„Kalte Zeiten – Warme Zeiten: Klimawandel(n) in Norddeutschland“ wird am Donnerstag, 29. April, um 16.30 Uhr im Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch eröffnet. Den Eröffnungsvortrag hält Prof. Dr. Mojib Latif (Universität Kiel) zum Thema „Herausforderung Klimawandel“. Sie dauert bis zum 1. August.

sind dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Montags ist geschlossen.

betragen 4 Euro für Erwachsene, 1 Euro für Schüler. Eine Familienkarte kostet 6 Euro.

zur Ausstellung gibt es einen Begleitkatalog, ein Kinderbuch sowie unterschiedliche Programme und Vorträge für Kindergärten, Schulen und Gruppen.

Jürgen Westerhoff