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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Konzentration aufs Wesentliche

12.07.2018

Oldenburg Zur Ausstellung im Oldenburger Stadtmuseum ist Maureen Quin eigens angereist, um ihre Bronzen selbst aufzubauen. Künstlerinnen aus der südafrikanischen Republik gehören zu den seltensten Gästen in norddeutschen Ausstellungshäusern, eine Bildhauerin, die Bronzen vorstellt wie Maureen Quin, ist eine Rarität.

Eröffnung

Die Ausstellung „Die Jagd – Plastiken von Maureen Quin (Südafrika)“ wird an diesem Donnerstag, 19 Uhr, im Beisein der Künstlerin im Stadtmuseum eröffnet. Sie ist bis zum 5. August im Schauraum der der Ballin’schen Villa zu sehen.

Die Südafrikanerin ist eine in ihrem Heimatland angesehene, preisgekrönte Bildhauerin aus Alexandria in der Provinz Eastern Cape, der Heimat von Nelson Mandela. 2011 konnte sie ihn treffen, um die Skulptur „Mandela und Kind“ zu fertigen. Mandela wäre am 18. Juli 100 Jahre alt geworden.

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10–18 Uhr.

Das Werk der 84-Jährigen umfasst realistisch wirkende Menschen- und Tierbilder, Porträts, aber auch zeichenhaft verkürzte Darstellungen mit Symbolgehalt. Als sie 2001 Nelson Mandela (1918–2013) porträtieren konnte, schuf sie mehrere Bildnisse.

„Die Jagd“

Das in Oldenburg ausgestellte Werk macht das Prinzip ihrer Arbeit deutlich: die Konzentration auf das Wesentliche. Bei dem südafrikanischen Politiker war es das freundlich lächelnde Gesicht und der Händedruck, auf alles andere – Körper, Kleidung, Umfeld – wurde verzichtet.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Serie von 14 Bronzen unter dem Thema „Die Jagd“, Sie wurde zwischen 1991 und 1997 geschaffen. Ursprünglich ungeplant, wuchs die Reihe Figur um Figur. Den Anfang macht der „Buschman“, der Mensch, der in der Wildnis aufwuchs und sich dort behaupten musste.

Maureen Quin gab ihm einen langen Stab oder Speer, reduzierte aber seinen Körper auf ein Skelett aus Schulter und Becken, Wirbelsäule, Arm- und Bein-Ansätzen. Die Plastik ist ein Zeichen, der Mensch fast ohne Kopf, denn ihm fehlt noch die Erfahrung der Menschheit.

Bei allen folgenden Figuren der „Jagd“ wurde diese reduzierte Figuration beibehalten. Dabei fällt auf, dass sie kaum zwischen Mensch und jagendem Tier unterscheidet. Die Jagd war ein Naturvorgang, um das Leben zu sichern – für den Menschen nicht weniger als für Geparden oder Löwen. Manche der Figurationen tragen kleine Gepardenköpfe, andere Hörner, die Quin anfangs auch Menschen anheftete – „aus kompositorischen Gründen“, wie sie sagt.

Die rasanten Jäger-Bronzen erfahren in der Plastik „Hunted“ (Gejagt) eine Gegenbewegung, als durchdringen sich zwei aufeinandertreffende Jagdfiguren. Von dieser fantastischen Figur an wird die tiefe Problematik der Jagd thematisiert. In der folgenden Bronze wird nicht ein Tier, sondern ein Mitmensch vom Jäger getötet („The Kill“), und die Künstlerin entwickelt plastische Bilder als Ausdrucksformen für Reue, Trauer, Verwüstung, Bitte um Vergebung und für das letzte Opfer. Aus der Jagd, um leben zu können, ist eine Jagd aus Lust, Gier und Ausbeutung der Natur geworden.

Zeichenhaft

Was die Bronzen eint, ist die aus der Reduktion des Körperlichen erwachsene Zeichenhaftigkeit, in der aber die Dynamik nicht verloren geht. War diese erst mit Tempo und Hast verbunden, so wendet sie sich nun nach innen und zeigt die Qual des Zerstörens, die auch den Jäger packt.

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