OLDENBURG - Einen regelrechten Boom von Anrufen haben die Teilnehmer des Projektes „Lebenswelten“ der VHS erhalten, als sie vor einigen Wochen in der NWZ Zeitzeugen gesucht haben, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Oldenburg eine neue, zweite Heimat gefunden haben.
Die Mitglieder des von der Arge finanzierten Akademikerprojektes präsentieren eine Ausstellung mit dem Titel „Lebenswelten – verinnerte Orte“, in der auch die thematisch bearbeiteten Interviews von rund 20 Oldenburger Zeitzeugen vorgestellt werden. „Wir haben eine große Resonanz erfahren. Viele Oldenburger haben einen Vertriebenen-Hintergrund und möchten auch darüber reden“, sagt Catrin Zemke vom Akademikerprojekt.
Außer den Bild- und Tonaufnahmen der Zeitzeugen werden diverse Installationen, Skulpturen, Fotografien sowie Lyrik und Prosa zum Themenschwerpunkt präsentiert. Auch Originalstücke von Flüchtlingen werden auf der Ausstellung zu sehen sein, zum Beispiel ein Bollerwagen und eine Essensdose. Die Ausstellung hat einen künstlerischen Schwerpunkt.
Die acht Projektteilnehmer haben wochenlang an der Vorbereitung der Veranstaltung gearbeitet, die an diesem Freitag eröffnet wird und bis zum 12. Juli täglich zwischen 12 und 18 Uhr im Haus C der Volkshochschule am Waffenplatz zu sehen sein wird.
„Mich reizte die künstlerische Darstellung und Umsetzung der Gefühlswelt der Heimatvertriebenen“, beschreibt Diplomkünstlerin Susanne Barelmann ihre Motivation. Sie gestaltet unter anderem einen großen Baumstumpf, an dem sich noch zahlreiche gekappte Wurzeln befinden.
Der Lyriker und freischaffende Künstler Kai Lenuweit beschreibt den Impuls für die Arbeiten: „Unsere Werke verstehen sich als eine dokumentarisch und künstlerische Annäherung zu individuell und kollektiv erlebten Ereignissen und Erfahrungen.“
Man wolle mit der Ausstellung die persönlichen Erfahrungen der Menschen in den öffentlichen Raum stellen und durch künstlerische Ausdrucksmittel erfassen und übertragen.
Die Interviews empfanden alle als bereichernd. „Einige unserer Projektteilnehmer haben einen familiären Flüchtlingshintergrund. Und unsere Gesprächspartner haben sich gefreut, dass sich die heutige Generation für das Thema interessiert“, freut sich Projektteilnehmer Ulf Schatz über die Eröffnung von „Lebenswelten – verinnerte Orte“.
