Oldenburg - Im Dezember 2017 jährte sich die verheerende Weihnachtsflut von 1717 zum 300. Mal. Das war für die Akademie Dangast – Kunst & Natur e.V. Anlass, die Initiative für eine Ausstellung zu ergreifen, die ab sofort bis zum 15. April im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg gezeigt wird.
26 Großposter präsentieren den Ablauf dieser Flut, beschreiben die Zahl der Opfer und den Umfang der Schäden in den einzelnen Regionen und Orten entlang der Küste, Augenzeugen berichten in Briefen von der Not der Bevölkerung.
Ebenfalls vorgestellt werden Albert Brahms aus Sande und Anton Günther von Münnich aus Neuenhuntorf, Personen, die sich mit der Schadensbeseitigung der Sturmfluten befassten. Anton Günther von Münnich war sowohl in der Grafschaft Oldenburg als auch in Ostfriesland tätig.
Porträtiert werden die Pastoren Johann Friderich Jansen aus Neuende und Johann Christian Hekelius aus Resterhafe bei Dornum. Beide haben die Flut und deren Folgen erlebt und geben in ihren Büchern eine Deutung der Ereignisse entsprechend der damals vorherrschenden theologischen Meinung.
Es wird eine Einordnung der Weihnachtssturmflut in die Katastrophen- und Sturmfluten seit dem ersten authentischen Sturmflutbericht im 12. Jahrhundert bis heute vorgenommen. Originalkarten, zahlreiche Kopien und Abbildungen zeigen die zeitgenössische Sicht der Ereignisse.
Dr. Martin Segschneider, Referatsleiter für Archäologie im Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven zeigt jüngst aufgetauchte Fundstücke aus dem Langwardergroden vor der heutigen Butjadinger Nordküste von einer 1717/1720-1721 untergegangenen Siedlung. Dieser „Zufallsfund“ gibt einen wichtigen Einblick in die Siedlungsgeschichte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Gezeigt wird die Ausstellung an mehreren Orten zwischen Ems und Weser.
Zum Begleitprogramm gehört der Vortrag „Die Weihnachtsflut 1717 und ihre Auswirkungen“ von Klaas-Heinrich Peters am 5. April (19 Uhr). Der Referent führt zudem am 8. April ab 11.15 Uhr durch die Ausstellung.
