OLDENBURG - Ungewöhnliche Geräuschkulisse in der IGS Flötenteich: Ein paar Akkorde erklangen aus der einen Richtung, von der anderen Seite vernahm man ein kurzes Gitarrensolo. Nein, in eine Musikschule wurde die IGS nicht umgewandelt. Die 23. Auflage der „Vintage Guitar Show“ war am Sonnabend und Sonntag in den Räumen der Schule zu sehen. Mehrere Hundert Besucher bewunderten hier 1500 Gitarren und Verstärker der Rock- und Beat-Ära.
„Die Leute kommen zu 80 Prozent von Auswärts, das kann man an den Nummernschildern auf dem Parkplatz erkennen“, freute sich Organisator Jörn Eisenhauer. Die weite Anreise vieler Besucher bestätigte den guten Ruf, den Deutschlands größte Ausstellung dieser Art unter Fachleuten genießt. „Ein Sammler kommt jedes Jahr aus den USA. Ein anderer ist aus Japan angereist“, wusste Eisenhauer zu berichten.
Manche der Instrumenten-Klassiker sind richtige Wertanlagen. Wer auf der Suche danach war, landete Zwangsläufig bei Wilfried Fricke. Seine Sammlung von Gitarren, Verstärkern und Plakaten aus dem berühmten Hamburger Star-Club, in dem unter anderem die Beatles zu Gast waren, gehörte zu den Höhepunkten der Ausstellung. „Jedes der Stücke ist eine Rarität mit Geschichte“, sagte Fricke. Kein Wunder, dass so mancher Sammler ein Verkaufsgespräch mit ihm vereinbaren wollte. „Aber ich verkaufe nicht.“
Doch auch jeder Musiker kam in der IGS auf seine Kosten. Ob Akustik- und Elektrogitarren oder Bässe – Anfassen und Ausprobieren war ausdrücklich erwünscht. „Wir haben auch viele junge Besucher, die wissen möchten, wie die Instrumente von früher klingen“, sagte Eisenhauer.
Auch Niklas Orth und Ole Osterthun aus Rastede, beide 16 Jahre alt, besuchten die Ausstellung, um sich ein paar Anregungen für eine eventuelle Neuanschaffung zu holen. „Ich hätte gern eine Gibson“, sagte Ole. „Das ist aber leider auch eine Frage des Geldes.“
