OLDENBURG - Die 125. Rassegeflügel-ausstellung sollte etwas ganz Besonderes werden. Die Tierseuche und glatte Straßen dämpften aber die Freude.
Von Christian Quapp
OLDENBURG - Ohrenbetäubender Lärm aus rund 3300 Vogelschnäbeln schallte den Besuchern der Weser-Ems-Halle am Wochenende entgegen. Die 63. Landesverbandsschau der Rassegeflügelzüchter Weser-Ems war gleichzeitig die 125. Ausstellung ihrer Art in Oldenburg. Für dieses Jubiläum wünschte sich der Geflügelzuchtverein Oldenburg als Gastgeber natürlich eine besonders erfolgreiche Schau, nicht nur mit vielen Ausstellern und Tieren, sondern vor allem mit vielen Besuchern.Doch diese Hoffnung wurde enttäuscht, viel zu oft blieb die Halle leer. Nur etwa 700 Besucher fanden von Freitag bis Sonntag den Weg in die Halle. „Sicher ist das schlechte Wetter mit Schuld, aber auch die Vogelgrippe und die Panik davor haben viel Publikum abgehalten. Zeitgleich mit unserer Ausstellung war eine bundesweite Schau in Dortmund, auch dort waren die Besuchezahlen erschreckend gering.“ Paul Deing, Vorsitzender des GZV Oldenburg ist dementsprechend enttäuscht.
Auch der zugesagte Besuch von Minister Heinrich Ehlen fiel aus. „Er hat sich kurzfristig von seinem Referatsleiter Dr. Schertler vertreten lassen, dabei hätten wir einiges zu besprechen gehabt“, so Deing.
Besonders groß war die Enttäuschung, weil die Züchter dieses Jahr eine sehr attraktive Ausstellung auf die Beine gestellt hatten: Kleinvolieren, in denen mehrere Vögel Platz haben, kleine Teiche für Wasservögel, die seltenen „Emdener Gänse“, und sehr viele preisgekrönte Tiere – Paul Deing hätte die Liste der Attraktionen noch lange fort führen können. „Natürlich ist diese Schau auch wesentlich größer als in den letzten Jahren, immerhin ist es der Landesverband, der hier ausstellt.“
Besonders stolz ist der 69-Jährige aber auf die Leistung der Jungzüchter. 578 Meldenummern und viele Preise entfielen auf die Sonderschau der Nachwuchszüchter. Dabei haben die Rassegeflügelzüchter durchaus Probleme mit dem Nachwuchs: „In einigen Vereinen gibt es eine sehr intensive Jugendarbeit, in anderen ist aber kaum ein Jugendlicher wirklich aktiv“, so Claas Dorn, Zuchtwart des GZV Oldenburg und selbst Jungzüchter.
Tauben waren unbestritten der Schwerpunkt der Ausstellung. „Nicht jeder Züchter hält Tauben“, so Deing, „aber diese Tiere haben einen großen Kreis besonderer Liebhaber.“
