OLDENBURG - Die Bilder und Pläne sind im Staatsarchiv am Damm zu sehen. Die Brücke steht unter Denkmalschutz.

von Thomas Husmann

OLDENBURG - Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt: Am Anfang gab es eine Furt, an der die Hunte gefahrlos durchquert werden konnte, über sie wurde eine Brücke gebaut, seit 1927 verbindet die Cäcilien-Hubbrücke Osternburg mit Oldenburg. Die Historie dieser Verkehrsverbindung zwischen Bremen und Friesland haben Christine Kruse, Meyke Tapken und Christoph Addicks nachgezeichnet. Allesamt Geschichtsstudenten, die im Niedersächsischen Staatsarchiv unter Leitung von Dr. Matthias Nistal ein Praktikum absolviert haben. Das Ergebnis der Recherchen wird zurzeit im Foyer des Staatsarchivs am Damm ausgestellt – in Sichtweite zur Brücke.

Geschichtsinteressierte Oldenburger werden dort voll auf ihre Kosten kommen. Zu sehen sind historische Aufnahmen und Baupläne von dem Bauwerk, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Entstanden ist es, so ist dort nachzulesen, als die Hunte zur Stadtstrecke für den Küstenkanal umgebaut wurde. Zu sehen sind Arbeiter, die stolz vor dem eingerüsteten Brückenbauwerk posieren. Ein anderes Bild zeigt die fast fertiggestellte „Cäcilie“, neben der noch die Notbrücke steht. Ein weiteres den Vorgänger, eine Klappkonstruktion mit Blick vom Osternburger Ufer. Der größte Teil der historischen Aufnahmen ist ein Geschenk von Ulrich Hoedtke. Als Fotograf taucht beispielsweise der Name Gustav Thal auf, ein Mann, der im vergangenen Jahrhundert mit seinem Fotoapparat an vielen Stellen die Stadtansichten dokumentiert hat. Für die erste Brücke gilt das nicht. Sie ist als Hohe Brücke am Blauen Haus bekannt, ein ehemals in blauem Schiefer eingedecktes Zollhaus. Eine Holzkonstruktion, die 1832 von einer

dreibogigen Steinbrücke ersetzt wurde. Anfang der 20er Jahre wurde beschlossen, dieses Bauwerk durch die Hubbrücke zu ersetzen, die noch heute Auto- und Radfahrer auf dem Damm und der Bremer Straße zum Warten zwingt, wenn ein Schiff den Kanal passiert und die Brücke gehoben ist. Die Binnenschifffahrt hat einer Verordnung zufolge Vorfahrt vor dem Straßenverkehr, daher wird die Brücke gehoben, sobald ein Binnenschiff passieren möchte.

„Die Ausstellung in unseren Räumen ist keine Selbstverständlichkeit, eigentlich gibt es dafür keinen Etat“, sagt Dr. Wolfgang Henninger, Mitarbeiter des Staatsarchivs. Die Praktikanten hätten in dem Projekt gelernt, Quellen zu recherchieren. Das ist ihnen gut gelungen.