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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ausstellung: Von Wolken als Figuren des Flüchtigen

14.05.2020

Oldenburg Niemand wird ihnen entkommen: Wolken sind überall – über uns, um uns herum, sie kommen aus uns heraus. In diesen extremen Tagen empfinden viele Menschen Wolken gar als Bedrohung, weil niemand sagen kann, was so alles in diesem Tröpfchennebel steckt.

Es ist erlaubt zu sagen, der Oldenburger Kunstverein ist angetreten, die Welt mit den Wolken zu versöhnen; zumindest, die vielen Empfindungen bildhaft zu machen. „Wolken in der zeitgenössischen Kunst: flüchtig – zeichenhaft – bedrohlich“ lautet der Titel der Ausstellung, die ab diesem Freitag bis 16. August in den Räumen am Damm 2a in Oldenburg zu sehen ist.

Prophetisch könnte man Gertrude Wagenfeld-Pleister nennen, als sie sich vor rund anderthalb Jahren erstmals mit dieser Objektschau beschäftigte. Die umtriebige Kuratorin hat dazu 58 Werke von 39 Künstlerinnen und Künstlern zusammengetragen, die dieses atmosphärische Ereignis in seinen vielen Facetten sichtbar machen. „Wolken lösen Empfindungen und Reflexionen aus. Wie dies sich in der zeitgenössischen Kunst spiegelt, soll diese Ausstellung zeigen“, sagt sie.

In der naiven Darstellung können Wolken dieser Erwartung entsprechen: als weißes Bündel, flockig, einem Schäfchen auf der Weide ähnlich. Mit dem gehörigen Abstand mag das bei einigen Bildern so wirken. Tritt man aber näher heran, löst sich das Objekt in feine Bestandteile auf und die Wolken werden rätselhafter. „Künstler haben in Wolken immer mehr gesehen als einen Gegenstand trockener Aufzeichnung. Berühmt ist die Episode, nach der Caspar David Friedrich sich geweigert hat, Goethes Aufforderung zu folgen, Wolken nach dem Schema des Engländers Luke Howard, also Cirrus, Cumulus und Stratus, zu malen“, erläutert Wagenfeld-Pleister. Die „Figuren des Flüchtigen“ (Klaus Reichert) in eine Scha­blone zu pressen, könne somit nicht Aufgabe der Kunst sein.

Die 58 Exponate umfassen Malerei, Fotografie, Skulptur und Installation. Darunter finden sich Künstlerinnen und Künstler, denen in der jüngeren Vergangenheit eine Einzelausstellung im Oldenburger Kunstverein gewidmet war: Man sieht also Thomas Zipp, Nasan Tur, Grace Weaver und Laurenz Berges wieder, und man entdeckt sie neu.

Bemerkenswert sind hier auch die Werke von Bettina von Arnim, Vertreterin der Neuen Realismus, die vor einigen Jahren durch die Ausstellung „German Pop“ in der Schirn neuentdeckt wurde. Zudem faszinieren aufwendige Printarbeiten von Thomas Ruff und Adrian Sauer, die Holzdrucke von Vincent Tavenne, Dieter Roths Radierung oder Thomas Pöhlers Arbeiten auf Beton. Allein wegen seiner Größe bemerkenswert ist das Objekt „Clouds 7“ von Michael Sailstorfer, der Gummireifen zur imposanten Wolke formte. Es ist an der Raumdecke platziert und verströmt von dort aus den bekannten Duft eines Reifenhandels.

Parallel zur Gruppenausstellung „Wolken in der zeitgenössischen Kunst“ wartet der Oldenburger Kunstverein erstmals mit einem digitalen Angebot auf: An zwei Touchscreen-Bildschirmen werden Film-, Hör- und Textbeiträge mit vertiefenden Informationen zur Ausstellung den Besuchern zugänglich sein, erläutert Mareike Urfels zur Kunstvermittlung.

Der Start des Angebots ist für den Kunstverein der erste Schritt einer Digitalstrategie, die eine neue Art der Vermittlungsarbeit einleiten soll. Eigene Formate und Beiträge wie Interviews, Expertengespräche und Filme sollen das Angebot dann ergänzen.

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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