OLDENBURG - OLDENBURG - In der Aula der Haarentorschule am Schützenweg präsentierte Matthias Blum vor sieben Jahren zum ersten Mal seine Sammlung. „Das war eine kleine, aber feine Schau“, erinnert sich der heute 36-Jährige noch gerne an die Premiere seiner Astrid-Lindgren-Ausstellung zurück. Seither ist er mit seiner nach und nach deutlich vergrößerten Ausstellung in etwa 30 Städten (u.a. Köln, Stuttgart, Magdeburg und Berlin) gewesen. Mehr als 100 000 Menschen haben „Astrid Lindgrens Lebenswelt“ bislang gesehen. Nun gibt es für die Oldenburger wieder Gelegenheit, Pippi Langstrumpf, Kalle Blomquist und die Kinder aus Bullerbü zu treffen. Im Erdgeschoss und im ersten Stock des Amtsgerichts stellt Blum vom 29. April bis zum 14. Mai seine Sammlung aus.
Natürlich kannte Matthias Blum schon als Kind die Bücher von Astrid Lindgren. Doch erst im Alter von 20 wurde er zum glühenden Fan. Detektiv Kalle Blomquist entfachte bei ihm die Leidenschaft für die schwedische Autorin. „Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass sich in den Geschichten meine eigene Kindheit widerspiegelt“, erzählt der Oldenburger, der damals begann, alles mögliche über Astrid Lindgren zusammenzutragen: Bücher, Puzzles, Spiele, Quartette und vieles mehr.
Finanzieren konnte der auch in der Handball-Jugendabteilung des VfL engagierte Matthias Blum seine Sammelleidenschaft dank der Unterstützung seiner Oma. Den größeren Geldbetrag, den sie ihm und seinem Bruder geschenkt hatte, setzte er dafür ein, um auf Flohmärkten und Auktionen die in 85 Sprachen übersetzten Lindgren-Bücher und schließlich auch die wertvollen Erstausgaben zu kaufen.
Inzwischen besitzt der Anhänger des Fußballvereins Schalke 04 sogar arabische und japanische Astrid-Lindgren-Werke. „Ich freue mich immer, wenn mir jemand aus dem Urlaub im Ausland ein Buch mitbringt“, erzählt der 36-Jährige, der sich derzeit wieder voll auf sein Lehramts-Studium konzentriert. Wegen der vielen Ausstellungstermine war Matthias Blum einige Jahre der Universität fern geblieben. „In einem Jahr bin ich aber fertig“, ist sich der Student sicher.
Übrigens hatte Matthias Blum auch das Glück, Astrid Lindgren persönlich kennen zu lernen. 1998 erhielt er eine Einladung in ihre Vier-Zimmer-Wohnung in Stockholm. „Das war für mich ein unheimlich tolles Erlebnis“, sagt der Lindgren-Forscher.
Mehr Infos unter www.
astrid-lindgren-ausstellung.de und www.astrid-lindgren.de
