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Unfall Bei Delmenhorst
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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ziegelsteine werden zu Bühnenbrettern

06.07.2019

Oldenburg Detlev Naar hat über Jahre in der Wienerbergerziegelei Kirchkimmen gearbeitet, nicht nur in der Produktion von Ziegelsteinen, sondern auch als Bauzeichner – bis Bleistift, Zirkel und Tusche durch Computer ersetzt wurden. Er spürte in sich ein starkes Empfinden für Musik und Literatur, wurde für eine gewisse Zeit Buchhändler; gab dann aber auch diesen Beruf auf und konzentrierte sich vornehmlich auf die praktische und ideelle Entwicklung seiner Bildobjekte.

„Jeder Mensch ist ein Künstler“ – dieser Gedanke von Joseph Beuys spielt auf die kreativen Anlagen des Menschen an: Detlev Naar hatte starkes Verlangen nach einer ästhetischen Darstellung seiner Ideen und Fantasien, wobei das Gelernte – der produktive Umgang mit ganzen und gebrochenen Ziegelsteinen – vor allem die Form seiner Objektbilder bestimmt.

Das Material strukturiert die Komposition: Das Qua­drat als äußere Form, auch gelegentlich der Kreis als Konzentrat bilden Räume, die wiederum von streng geordneten geschlossenen und offenen Kuben gegliedert werden. Nur einmal werden die Einzelräume mit Dreiecksformen besetzt.

Ist auf diese Weise eine konstruktivistisch anmutende serielle Ordnung geschaffen, so meldet sich die Fantasie des Künstlers und verlangt nach Inhalten, nach einer an Literatur- und Musik-Leidenschaft anknüpfende Erzähllust. In jeder kubischen Höhle agieren kleine Spielfiguren, von Hand bemalt, und zeigen, was zwei, drei Menschen zusammenbringt: Wandern, Gespräche, Musik, Tanz, Sport, im Falle der dreieckigen Räume mit starken Abfahrten natürlich Wintersport. Das, was wir jeden Tag tun, können wir nicht oft genug sehen. Dazwischen gibt es auch Theaterszenen: Die Ankunft im teuren Auto vor dem Hotel oder Wilhelm Tell und sein Knabe lassen sich leicht identifizieren. Andere Szenen bleiben offen für fantasievolle Auslegungen.

Als Hintergründe, die bisweilen bis in den Vordergrund vordringen, hat Detlev Naar Landkarten gewählt, was den Szenen einen fast realen Umraum verschafft – die Landkarte schaltet im Kopf auf Landschaft um, wenn die Ostseeküste gezeigt wird oder das berühmte Val d’Isère-Wintersport-Zentrum.

Auch die Stadt Oldenburg ist vertreten und französische Orte, so die Partnerstadt Cholet mit François Morellet, dessen Neonröhren-Winkel immer noch das Stadtmuseum ziert. Nicht weniger bedeutsam ist die Kleinstadt Chamalières am Puy-de-Dôme, Ort der weltoffenen Triennale für Grafik, an der wiederholt Oldenburger Künstlerinnen und Künstler teilgenommen haben und dem Ex-Präsidenten Valery Giscard D’Estaing begegnet sind. Er war Vorsitzender des Regionalrates der Auvergne, eine Position die heute sein Sohn einnimmt.

Dies nur als Beispiel, wie Detlev Naars vielschichtige Bildobjekte mit Landkarten und Spielfiguren, zuweilen auch mit Malerei im Untergrund, im Nachklang von Michel Houellebecqs „Karte und Gebiet“ aus Fakten und Fantasie gemischte, spannende Geschichten ergeben.

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