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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Programm zwischen Bauhaus und Barock

06.02.2019

Oldenburg Nein, es wird in diesem Jahr wieder keine Rembrandt-Schau, auch keine Picasso-Ausstellung im Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte geben. Wer könnte sie auch finanzieren? Und muss man sie sich überhaupt wünschen? Mitnichten. Die eigenen Sammlungsbestände sind nach den Worten von Museumsdirektor Dr. Rainer Stamm so groß und vielfältig, dass er sich auf das konzentrieren kann, „was unsere Identität ausmacht“.

Beim Publikum scheint das anzukommen: Stamm präsentiert eine „sehr stabile“ Bilanz, wenn auch mit einem leichten Rückgang. Rund 66 000 Besucher kamen im Jahr 2018. Im Jahr zuvor waren es rund 67 000.

Sieben Ausstellungen in drei Häusern

Ausstellungen für das Jahr 2019 im Überblick:

Die exotische Bilderwelt japanischer Farbholzschnitte, bis 31. März, Prinzenpalais.

World Press Photo 18, 16. Februar bis 10. März, Schloss.

„Graf Anton Günther und sein Weserzoll“, ab 24. März, Schloss.

„Ernst Wilhelm Nay – Arbeiten auf Papier“, 13. April bis 28. Juli, Prinzenpalais.

„Zwischen Utopie und Anpassung – Das Bauhaus in Oldenburg“, 27. April bis 4. August, Augusteum

Neue Keramik: Porzellangefäße der Preisträgerin Si-Sook Kang (Seoul), 3. August bis 15. September, Schloss.

„Götter und Helden. Mythologische Malerei im Barock und heute, feat. Michael Ramsauer“, 9. November bis 2. Februar 2020, Augusteum.

Das Konzept gilt auch für das diesjährige Ausstellungsprogramm, das am Dienstag vorgestellt wurde: für das Bauhaus-Projekt ebenso wie für die Malerei des Barock. Kein Projekt ohne einen dicken roten Faden zum Haus und zur Region. Dass man damit mitunter auch national und international punktet, ist ein schöner Nebeneffekt. Die geplante Bauhaus-Ausstellung Ende April, zugleich Abschluss eines Forschungsprojektes, ist der zentrale Beitrag des Landes Niedersachsen zum Bauhausjubiläum und hat schon jetzt für viel mediale Aufmerksamkeit gesorgt.

Erster „hauseigener“ Anknüpfungspunkt der Schau: Gründungsdirektor Walter Müller-Wulckow (1886–1964) schrieb im April 1919 in der Frankfurter Zeitung den allerersten Artikel, der je zum Bauhaus erschienen ist. Die wichtigsten Protagonisten der Ausstellung sind vier Bauhäusler aus Oldenburg und Ostfriesland, deren Wirken und Werdegang verfolgt werden. Und zwar im Dialog mit den Meistern: Zu sehen sind zentrale Werke beispielsweise von Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Ludwig Mies van der Rohe, László Moholy-Nagy und Oskar Schlemmer. Es handelt sich um bedeutende Leihgaben, aber auch um Spitzenstücke aus dem eigenen Bestand.

Zwei Kabinettschauen haben zuvor ebenfalls direkte Bezüge zu Haus und Region. Die prächtigen Papierarbeiten von Ernst Wilhelm Nay (1902– 1968), die im Prinzenpalais gezeigt werden, wurden in den frühen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg erworben. Ein wichtiger Jahrestag für die Oldenburger Geschichte ist Ausgangspunkt der anderen Schau: Vor 400 Jahren, am 6. September 1619, konnte sich Graf Anton Günther bei den Kurfürsten durchsetzen. Ihm wurde für Aufwendungen im Küsten- und Deichschutz ein Zoll auf der Weser genehmigt. Die von Dr. Michael Reinbold kuratierte Schau im Schloss zeigt unter anderem, weshalb es ohne Weserzoll kein Südoldenburg gegeben hätte.

Zum Abschluss des Jahres gibt es erstmals seit vielen Jahren eine Ausstellung mit Alten Meistern aus dem eigenen Bestand, die im Augusteum in den Dialog mit einem Zeitgenossen treten: mit dem Oldenburger Maler Michael Ramsauer. Titel der Schau: „Götter und Helden. Mythologische Malerei im Barock und heute“.

Dass die grandiose Malerei aus der Zeit von 1600 bis 1730 mit ihren Themen aus der klassischen Antike etwas Unterstützung benötigen könnte, um auch moderne Betrachter in ihren Bann zu ziehen, ist Kuratorin Dr. Anna Heinze bewusst. Sie hat deshalb auf eine narrative Struktur der Ausstellung Wert gelegt. Erzählt wird von den alten Mythen wie Liebe, Verrat, Tod und Macht, die sich ohne Weiteres auf die Gegenwart beziehen lassen, wie das ja auch die Gemälde von Ramsauer beweisen.

Zum Thema Alte Meister konnte Anna Heinze auch eine kleine Sensation vermelden: Das riesige Gemälde „Fürbitte der Heiligen“ – 230 mal 664 Zentimeter groß – von Jacopo Palma il Giovane (um 1627), das seit Jahrzehnten aufgerollt und fast vergessen im Depot liegt, soll endlich restauriert werden. Finanziert wird das Ganze von Stiftungen. Das ist nicht nur ein Kraftakt, an dem mehrere Restauratoren beteiligt sein werden, sondern wegen der Größe des Bildes auch eine logistische Herausforderung.

Regina Jerichow Stellv. Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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