OLDENBURG - Die Jury für den German Independence Award beim Oldenburger Filmfest (10. bis 14. September) ist nun endgültig komplett: Aus Oldenburg wird Troy Conner mit von der Partie sein und gemeinsam mit Schauspielerin Doreen Jacobi und dem Kult-Produzenten RP Kahl in der Kurzfilm-Jury seine Stimme abgeben. Troy Conner hat den begehrten Platz gewonnen, den NWZ und Filmfest verlost haben. „Ich freue mich riesig“, sagte er zu seinem Gewinn. Filme sind seine große Leidenschaft. Früher wollte der 37-Jährige Schauspieler werden und stand auch schon als Kleindarsteller auf der Bühne des Staatstheaters.
Troy Conner klingt wie ein Künstlername, steht aber wirklich im Pass des Mannes, der auf der Pazifikinsel Guam geboren wurde und einen amerikanischen Vater hat. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er in Florida und kam 1971 mit seiner Mutter in deren Heimatstadt Oldenburg.
Seither hat er schon einiges ausprobiert: vom Studium übers Schauspiel und wurde schließlich hauptberuflich Videothekar. „Es ist ein gängiges Vorurteil“, sagt er, „dass man in der Videothek zum Filmfreak wird, aber tatsächlich bringt man den Großteil seines Wissens schon vorher mit.“
In der Szene-Kneipe Salon-Jürgenz leitete er während der vergangenen zwei Jahre eine Stand-up-Comedy-Show, jetzt tritt er dort solo mit eigenem Stand-up auf. Neue Filmemacher interessieren ihn, und er will jedem Film vor allem Offenheit und Respekt vor der Leistung entgegenbringen.
Mit seiner selbstironischen Bewerbung und einem Lebenslauf überzeugte er auch Filmfestchef Torsten Neumann, der ihn auswählte. Wie berichtet, übernimmt der amerikanische Schauspieler, Regisseur und Autor LeVar Burton (51) den Vorsitz der Jury. Burton kennen noch viele aus „Roots”, wo er den verschleppten Sklaven Kunta Kinte spielte, die Jüngeren verehren ihn eher als blinden Chefingenieur Geordi LaForge in „Star Trek”. Sein Familienfilm „Blizzard – Das magische Renntier” (2003) wurde beim Internationalen Kinderfilmfestival Chicago ausgezeichnet.
In der Jury für den German Independence Award sitzen zudem der New Yorker Regisseur, Produzent und Autor John Gallagher (u.a. Produzent des Sieger-Films 2006), die amerikanische Produzentin Jen Gatien (u.a. „Hounddog”), die mehrfach ausgezeichnete und Cesar-nominierte französische Schauspielerin Fanny Bastien und die Brasilianerin Rosana Coutinho, seit 2005 Mitglied des UK Film Council und Mitgründerin von Jinga Films.
