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NWZonline.de Nachrichten Kultur

So schön können Einladungen sein

18.03.2019

Oldenburg /Berlin 100 Jahre Bauhaus werden 2019 groß gefeiert, da kommt dieses kleine Buch gerade recht. „Die Bauhaus-Postkarten“ in der Insel-Bücherei versammelt in einem fein gedruckten Bändchen zwischen 1921 und 1923 gestaltete Bild-Postkarten. Es sind nicht irgendwelche bunten Ansichtskarten, sondern Werke von Künstlern der europäischen Avantgarde.

Lyonel Feininger ist ebenso darunter wie Wassily Kandinsky, Paul Klee oder Oscar Schlemmer. Die Künstler eint, dass sie das 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete Bauhaus als allgemeinen Treffpunkt und auch als eine künstlerische Heimstatt ansahen. Gemeinsam mit Studenten gestalteten die prominenten Künstler die Postkarten und handaquarellierten Einladungen zu Festen und Ausstellungen am Bauhaus.

Sechs Meister

Rainer Stamm, der rührige Leiter des Oldenburger Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, sowie seine wissenschaftliche Mitarbeiterin Gloria Köpnick haben den Band herausgegeben und mit einem kenntnisreichen Nachwort versehen. Die Postkarten, oft ganz genau bestimmten Künstlern zuzuordnen und häufig aufwendig koloriert, sind erstmals in dieser Form miteinander zu sehen. Sie werden immer noch weltweit gesucht und gern gesammelt. Ihre eigenwillige Gestaltung fasziniert bis heute, ebenso wie die Tatsache, dass die Künstler individuell, aber ganz natürlich auf ein Massenmedium zurückgriffen.

Besonders Feininger, der im Jahr 1921 die künstlerische Leitung der Druckwerkstatt des Bauhauses übernommen hatte, setzte auf diverse Techniken der Lithografie. Dass die Postkarten auch Teil einer ausgeklügelten Werbestrategie der Künstler und des Bauhauses waren, erläutern die Herausgeber des Bändchens. Sechs Meister und acht Schüler entwarfen etwa für die Bauhaus-Ausstellung 1923 eine Serie, die in einer erstaunlichen Auflage von samt 24 000 Exemplaren gipfelte und auf die Ausstellung aufmerksam machen sollte.

Fund im Nachlass

Die Auflage war allerdings so hoch, dass die kleine Druckwerkstatt des Bauhauses kapitulierte. Eine professionelle Druckerei musste einspringen. Im Nachlass eines Oldenburger Bauhäuslers hat man sogar eine Banderole gefunden, die darauf hinweist, dass die 20 entsprechenden Bauhaus-Karten offenbar sogar als Set erworben werden konnten.

Eine quasi industriell hergestellte Massenware als Kunstwerk? Warum nicht. Jedenfalls erklären die Kunsthistoriker Rainer Stamm und Gloria Köpnick mit dieser Dokumentation ein Stück der Bauhausgeschichte. Und sie zeigen, wie enorm vielfältig Künstler und Kunst in jenen Jahren in Deutschland waren.

Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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