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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Bühnen: Oldenburger Drama in Berlin

29.03.2019

Oldenburg /Berlin Hohe Ehre für die Arbeit des Oldenburgischen Staatstheaters: „Das Haus auf Monkey Island“ von Rebekka Kricheldorf (44) wurde jetzt zu den renommierten Autorentheatertagen am Deutschen Theater in Berlin (24. Mai bis 8. Juni) eingeladen. Dort ist es am 6. Juni zu sehen. Damit gehört die Oldenburger Inszenierung von Matthias Kaschig laut der Jury zu den zehn herausragenden Uraufführungen dieser Spielzeit im deutschsprachigen Raum.

Rebekka Kricheldorf nahm die Nachricht so auf: „Ich freue mich natürlich sehr, dass wir zu den Autorentheatertagen nach Berlin eingeladen sind. Die Autorentheatertage sind eines der wichtigsten Festivals für zeitgenössische Dramatik, und für mich als Autorin ist es immer ein besonderes Erlebnis, meine Arbeit dort zeigen zu dürfen“.

Generalintendant Christian Firmbach sieht in der Einladung eine Ermutigung, sich mit aktuellen und auch außergewöhnlichen Stoffen zu beschäftigen: „Ich freue mich und gratuliere Rebekka Kricheldorf, dem Regieteam sowie unserem Schauspielensemble herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung. Mein besonderer Dank gilt dem Hanse-Wissenschaftskolleg.“

„Das Haus auf Monkey Island“ ist in Delmenhorst entstanden. Autorin Kricheldorf verbrachte im Rahmen eines Fellowships mehrere Monate als „Writer in Residence“ am HWK. Dort konnte sie in intensivem Austausch mit den anderen Fellows, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der unterschiedlichsten Disziplinen, ihre Ideen zum Stück diskutieren und reflektieren.

Trotz solch abschreckender Ausdrücke wie hedonische Hyperphagie oder präfrontaler Kortex muss man kein Uni-Seminar besucht haben, um dieses Drama zu verstehen. Und das ist vielleicht das Starke an Rebekka Kricheldorfs Stück „Das Haus auf Monkey Island“, das im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters am 23. Februar uraufgeführt wurde: dass es auch mal mit Forscherkauderwelsch jongliert, dass es hochkluge Leute zusammenführt – die aber auf ihren sehr menschlichen Kern zurückgeführt werden.

Vier Wissenschaftler, zwei Frauen und zwei Männer, sollen auf einer Luxusinsel die ultimative Werbestrategie für In-Vitro-Fleisch entwickeln, also für Fleisch aus dem Labor. Doch das Haus, auf der Bühne von Thea Hoffmann-Axthelm ein abstrakter, weißer drehbarer Kasten, entwickelt ein Eigenleben: Es erfüllt geheimste Wünsche. Sind die vier, die eine Verführungsstrategie entwickeln sollen, am Ende selbst Laboraffen auf Monkey Island?

Regisseur Matthias Kaschig hat das Stück in 90 pausenlosen Minuten umgesetzt. Sehr geschickt werden private Biografien und allgemeine Manipulation verknüpft. Wieder und wieder und schön schnell wird im Schlagabtausch das große Thema Manipulation durchgetalkt – um am Ende bei persönlichen Problemen zu landen. Dabei entgleitet den Figuren die eigentliche Aufgabe. Sie treten auch mal an die Rampe und beichten ihre Lebensniederlagen.

Der Mix der Mittel trägt zum Erfolg des Dramas bei. Da ist die leichte Komik, die Liebe als „temporären Hirnschaden“ sieht. Die Männer, nicht gerade eingefleischte Vegetarier, skandieren mal witzig „Wir wollen Wurst!“. Da sind kernige Videos eingebettet. Und da sind vor allem vier gute Schauspieler, die nachdenklich machendes Theater liefern.

Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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