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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Sie begeisterte schon das Oldenburger Publikum

22.02.2018

Oldenburg /Berlin Loriot und die Nudel, Cassius Clay, wenn er boxte, und Elvis, wenn er die Hüften kreisen ließ – „die drei, mehr brauchte man nicht“. Oma Lisbeth kann die schönsten Dinge ihres Lebens exakt benennen – nun, wo ihr eigenes Leben zu Ende geht. Ihre Nichte Charlie ist noch nicht so alt, aber auch nicht mehr so jung. Wild, spontan, verrückt – so hatte sie sich das Erwachsensein als Kind vorgestellt. Mit Ende 20 ist für sie „alles so absehbar“.

Kaum das Studium hinter sich, gerade zwei Jahre im Beruf und schon bis zur Rente verplant. Penetrant fragen Freunde nach der Familienplanung: „Na, wann kommt denn da mal was?“. Doch da gibt es auch die anderen, die, die mit dem Rucksack nach Thailand aufbrechen, oder auf Ebay einen alten Campingwagen für eine kulinarische Balkantour erstehen. Gerry (Daniel Zillmann), der liebenswerte Dicke, will „nur dort anhalten, wo es gut riecht“.

Regisseur kommt nach Oldenburg

Der Kinofilm „Rückenwind von vorn“ startet bundesweit am 15. März. Am Sonntag, 18. März, um 17 Uhr kommt Regisseur Philipp Eichholtz zu einer Vorstellung ins Cine k/Kulturetage Oldenburg (Bahnhofstraße 11).

Hauptdarstellerin Victoria Schulz, 1990 in Berlin geboren, wurde 2014 für ihre Hauptrolle in „Von jetzt an kein Zurück“ mit dem Seymour-Cassel-Award des Internationalen Filmfestes Oldenburg und dem Nachwuchspreis des Deutschen Schauspielerpreises geehrt. Der Film feierte seine Uraufführung auf dem Filmfest und wurde auch in Oldenburg gedreht.

Auch die Berliner Grundschullehrerin Charlie (Victoria Schulz) träumt: von einer Reise nach Südkorea, ganz brav mit Freund Marco (Aleksandar Radenkovic). Der aber träumt eher von einem Baby. Der Faltplan von Südkorea hängt folglich ganz oben an der Wand, außer Reichweite. Griffbereit, aber versteckt liegt dagegen Charlies Packung mit den Antibaby-Pillen.

Der Film „Rückenwind von vorn“ von Philipp Eichholtz, der am 15. März bundesweit in den Kinos anläuft, hat gerade seine Uraufführung bei der Berlinale erlebt und war der Eröffnungsfilm der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“. Keine schlechte Wahl. Es ist die Geschichte einer Selbstfindung, eine vom Ende der Jugend und vom Ernst des Lebens, das aufregend beginnt und dann scheinbar dröge dahinplätschert.

Regisseur Eichholtz, 1982 in Hildesheim geboren, erzählt sie liebevoll und warmherzig, aber stringent, kurze Rückblenden kommen ohne Bilder aus, die Zahl der Schauplätze ist begrenzt. Alles wirkt ein bisschen skizzenhaft und improvisiert.

Dazu fährt die Kamera unendlich nah an die Gesichter der Protagonisten heran, an ihre Mimik, die die Pausen vielsagender als alle Worte füllt. Vor allem der Gesichtsausdruck von Hauptdarstellerin Victoria Schulz, die 2014 beim Oldenburger Filmfest mit dem Seymour-Cassel-Award ausgezeichnet wurde, überzeugt in jeder Szene: mal kindlich und euphorisch, mal ernst und abgeklärt wie eine Greisin.

„Rückenwind von vorn“ – der Filmtitel trifft das Lebensgefühl dieser Generation „dazwischen“ ziemlich gut. Noch ist die Zeit für Träume nicht abgelaufen, aber Charlie hat schon angefangen, nüchtern abzuwägen. „Man muss nicht alles machen, weil es umsonst ist“, sagt sie mit der pädagogischen Stimme einer Spaßbremse, als Oma Lisbeth (DEFA-Star Angelika Waller) aufgeregt eine Paintball-Ausstattung auspackt, die sie gerade gewonnen hat.

Mit Gerry von jetzt auf gleich das Weite suchen, oder doch lieber an der roten Ampel aussteigen? Charlies Lebenskrise verlangt nach Entscheidungen. Wenn es die richtigen waren, müsste sich am Ende das Leben auf drei schöne Dinge reduzieren lassen. Regisseur Eichholtz schafft es, dass der Zuschauer im Geiste schon mal eine Liste anlegt.

Regina Jerichow
Stellv. Redaktionsleitung
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2061

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