OLDENBURG - Die neue Konzeption des Museums ist nun endgültig realisiert. Es gibt spannende Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart.
Von Hans Drunkenmölle
OLDENBURG - Nach elf Jahren ist der Prozess einer grundlegenden inhaltlichen Neuorientierung des Landesmuseums für Natur und Mensch in Oldenburg beendet: Mit der nach „Moor“ und „Geest“ jetzt dritten Dauerausstellung zum Thema „Mensch und Meer – Küste und Marsch“ wird die Komplexität der Landschaften im Nordwestdeutschlands nunmehr vollständig dokumentiert. Rund zwei Millionen Euro sind nach Angaben von Museumsdirektor Professor Dr. Mamoun Fansa in die neue Konzeption investiert worden. Finanziert wurde das Großprojekt vom Land, der Niedersächsischen Umweltstiftung, der Kulturstiftung Niedersachsen und der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherung Oldenburg.„Nirgendwo sonst hat der Mensch so stark wie an der Küste in die Natur eingegriffen“, sagt Fansa. Deutlich wird dies beim Deichbau, der einerseits Sicherheit garantieren sollte, andererseits jedoch die natürliche Dynamik der Natur erheblich gebremst oder auch verhindert hat. Die Leistungen beim Deichbau im Nordwesten nötigen Fansa Bewunderung ab: „Das ist vergleichbar mit dem Bau von Pyramiden in Ägypten.“
Die neue Dauerausstellung zeigt, wie Menschen früherer Zeiten und heute mit Sturmfluten umgingen und umgehen. Mit archäologischen Funden aus den Fluss- und Seemarschen wird ein umfassendes Bild der Lebensverhältnisse vergangenen Zeiten gezeichnet: Das älteste Haus in der deutschen Marsch stammt aus der jüngeren Bronzezeit und wurde bei Rodenkirchen ausgegraben.
Ein Querschnitt erlaubt Einblicke in das Innenleben eines Deichs, eine Wandinstallation verdeutlich die gravierenden Veränderungen der Küstenlinie: Vor 6000 Jahren konnte man noch zu Fuß nach England laufen. Heute erstreckt sich dort das Wattenmeer, ein weltweit einzigartiges Ökosystem, das Weltnaturerbe werden könnte.
Die neue Dauerausstellung wird am Sonnabend, 28. Mai, 11.15 Uhr, durch Wissenschaftsminister Lutz Stratmann eröffnet; den Einführungsvortrag hält Professor Dr. Karl Ernst Behre, Leiter des Niedersächsischen Instituts für Küstenforschung in Wilhelmshaven.
Informationen auch unter
