OLDENBURG/BRAUNSCHWEIG/HANNOVER - Der Oldenburger Bischof Jan Janssen hat am Freitag Vorschläge aus Hannover und Braunschweig nach einer Zusammenlegung aller evangelischen Kirchen in Niedersachsen zu einer gemeinsamen Landeskirche zurückgewiesen. Gegenüber dieser Zeitung sprach sich Janssen dafür aus, zunächst solle „mit Ruhe und Gelassenheit“ beobachtet werden, welche Erfahren andere Kirchen mit Großfusionen machen.
Aus seiner Sicht sei das Bemühen, eine „einladende Kirche“ zu werden, wichtiger als Überlegungen zu Fusionsfragen. Ob ein Zusammenschluss auf lange Sicht angebracht sei, könne er derzeit nicht beantworten.
Ähnlich wie Janssen äußerte sich auch die Oldenburger Synodenpräsidentin Sabine Blütchen. Sie sieht in den Vorschlägen keinen aktuellen Verhandlungsgegenstand. Statt dessen plädierte sie für eine Weiterentwicklung der gut funktionierenden Zusammenarbeit in der Konföderation der niedersächsischen Landeskirchen.
Vor der an diesem Sonnabend tagenden Konföderationssynode hatten sich Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann und der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber für eine große niedersächsische Kirche ausgesprochen. Käßmann: „Ich halte das für ein sinnvolles Ziel.“ Weber, derzeit Ratsvorsitzender der Konföderation, unterstrich, dass bereits bei der Gründung der Konföderation im Jahr 1971 die Absicht bestanden habe, zu einer Kirche in Niedersachsen zu kommen. Er verwies darauf, dass eine größere Einheit wirtschaftlicher sei.
