OLDENBURG - Es gab viele gute Ideen in dem Jahr, als Oldenburg den 900. Jahrestag der Ersterwähnung seines Namens feierte. Die vielleicht langlebigste ist aber erst jetzt Wirklichkeit geworden: eine Stadtgeschichte Oldenburgs, die für jedermann verständlich ist und trotzdem allen wissenschaftlichen Kriterien genügt.
Gerd Steinwascher, Leiter des Staatsarchivs, und der frühere Museumsdirektor Ewald Gäßler waren als Initiatoren des ambitionierten Projekts am Freitag ebenso froh wie die anderen elf Autoren, dass sie nun das Buch in Händen halten – und damit der Oldenburger Öffentlichkeit einen kurzen Abriss der langen Existenz dieser Stadt präsentieren können. „Es ist fast ein Wunder, dass wir hier Autoren versammelt haben, die sich trauten, so kurze Texte über relativ komplexe Zusammenhänge zu verfassen“, sagte Steinwascher.
In der Tat: Das Buch „Oldenburg – vom Heidenwall zur Wissenschaftsstadt“ ist keinesfalls ein neuer Aufguss der zweibändigen umfassenden Stadtgeschichte von Heinrich Schmidt von 1995. Eher ist der Band eine populärwissenschaftliche Aufarbeitung und auch Ergänzung des Standardwerks, in dem der (damals unentdeckte) Heidenwall logischerweise noch gar nicht vorkommt. „Auch dieses Buch wird irgendwann fortgeschrieben werden müssen“, meinte Museumsdirektor Friedrich Scheele, „Geschichte ist ja keine statische Angelegenheit.“ Bis zur Überarbeitung, so schätzte Verleger Florian Isensee, dürften aber 20 Jahre vergehen.
Zeit genug, dass die neue Stadtgeschichte mit ihrem lesefreundlichen Mix aus gut lesbaren Texten und hunderten von Bildern zur Basisliteratur jedes hiesigen Haushalts wird. Als Lesebuch wie als Nachschlagewerk ist es gleichermaßen zu verwenden. „Jede Generation muss sich ihrer Geschichte selbst vergewissern“, betont Autor Udo Elerd.
Das gilt für die Oldenburger Frühzeit am Heidenwall ebenso wie für das Leben unter diversen Grafen, die Zeiten im Ersten und Zweiten Weltkrieg oder für die zukunftsgerichtete Stadt der Wissenschaft. Man muss nur einmal nachschlagen.
Blättern, lesen. lernen
