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Bücher Die Geheimnisse einer Frau

Tanja Kinkel

OLDENBURG - Manchmal passiert es mir, dass ich Büchern begegne, die für mich als Leserin großartig und als Autorin deprimierend sind. So erging es mir vor mehr als 15 Jahren, als ich mich im Frühstadium der Recherche für einen Roman über Elizabeth I. befand und auf den Roman „Legacy“ (deutsch, stark gekürzt und teilweise textlich verändert, unter dem Titel „Die Königin“ erschienen) von Susan Kay stieß. Ein nicht nur sehr gut geschriebenes Werk, sondern auch eines, das die Persönlichkeit Elizabeth Tudors (1533–1603) genauso interpretierte, wie ich es im Sinn hatte. Ich resignierte. Und ich sagte mir, das Thema sei eben für mich gestorben – was mich natürlich nicht davon abhielt, weiter über Frau und Zeit eine Menge zu lesen.

Das elisabethanische Theater war sogar eines meiner Prüfungsthemen, als ich promovierte. Einige meiner Überlegungen zu Elizabeth packte ich in meinen Roman „Unter dem Zwillingsstern“, was kaum auffiel, obwohl die Parallelen bei einem gattinnenmordenden Vater namens Heinrich, einer Gouvernante namens Käthe, einer älteren Schwester namens Marianne, einem Schwager namens Philipp und einem besten Freund namens Robert offensichtlich waren.

Damit war vielleicht Elizabeth selbst genüge getan, aber die Epoche ließ mich nicht los, vor allem die Anfangszeit, in der entscheidende Weichen gestellt wurden, in jenen Wochen unmittelbar nach dem Tod, der europaweit Wellen schlug: dem Tod einer jungen Frau namens Amy Robsart, verehelichte Amy Dudley.

Alles in einer Woche

Wer jedoch war Amy gewesen? Viel mehr als ein paar Schneiderrechnungen und Briefe, in denen sie Stoff bestellt, sowie Geburts-, Heirats- und Todesdaten sind von ihr nicht geblieben. Wer war jener „Vetter Blount“, den ihr Gatte Robert Dudley nach Cumnor schickte, um die Wahrheit über Amys Tod herauszufinden, und dessen Briefe das wichtigste Material zu diesem Thema liefern, über das sich nun schon seit Jahrhunderten Historiker streiten?

Während ich noch für meinen vorherigen Roman, „Säulen der Ewigkeit“, durch England reiste, begann ich mich mehr und mehr für diese Randfiguren zu interessieren. Bei einem Besuch der Kirche, in der Amy Dudley ihre letzte Ruhestätte fand, entschloss ich mich, doch einen elisabethanischen Roman zu schreiben. Aber statt eines Epos über mehrere Jahrzehnte lang sollte mein Roman nur innerhalb einer einzigen Woche spielen. Statt sich um Elizabeth selbst zu drehen, würde er die Figuren, die in ihren Biografien nur schattenhaft erwähnt waren, ins Zentrum stellen. Außerdem wollte ich mit einer Erzählungsart experimentieren, die ich bisher kaum erprobt hatte, der Ich-Erzählung.

Turbulente Zeit

Ursprünglich war nur Tom Blount als Ich-Erzähler geplant, doch dann kam mir die Idee, ihm eine weitere Stimme entgegen zu setzen: die von Kat Ashley, Elizabeths ehemaliger Gouvernante, genauso danach strebend, die Wahrheit herauszufinden. So entstand ein Roman über eine turbulente Zeit, in der es kaum eindeutige Helden oder Schurken gab, sondern nur sehr viele Schattierungen dazwischen.

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