OLDENBURG - Als junges Mädchen wunderte Juliana sich über die merkwürdige Sprache ihrer Urgroßmutter. Ihre Oma spricht fast ausschließlich Plattdeutsch. Und sie spielte auch lange Zeit Theater.
Beides Plattdeutsch und Theater ist Juliana Maack in die Wiege gelegt. Seit zwei Wochen spielt die Elsfletherin am Staatstheater in Oldenburg die Hauptrolle in der Inszenierung von Goethes Faust das vielleicht bedeutendste und meistzitierte Werk der deutschen Literatur.
Juliana, gerade 18 Jahre alt, spielt darin das Gretchen, die Geliebte des Gelehrten Dr. Heinrich Faust, der ein Pakt mit dem Teufel schließt. Das klassische Stück ist recht modern inszeniert und wird zum größten Teil auf Plattdeutsch erzählt.
Vor sieben Jahren bin ich mit dem Theaterspielen angefangen, erzählte Juliana Maack am Montag bei einem Besuch in derNWZ
-Redaktion. Am vergangenen Sonnabend hatte sie gerade wieder für eine Aufführung der August-Hinrichs-Bühne im Kleinen Haus des Staatstheaters auf der Bühne gestanden. Das war ein besonderer Tag für sie, denn am Sonnabend feierte sie auch ihren 18. Geburtstag. Gäste waren mithin unter anderem auch der Dr. Faust und sein Gegenspieler Mephisto ...Wie ist sie zum Theater und ausgerechnet zum plattdeutschen gekommen? Juliana lacht. Auf dem Geburtstag meiner Uroma habe ich mit elf Jahren einen Sketch vorgespielt. Annegret Peters, Vorstand der August-Hinrichs-Bühne, fragte mich daraufhin, ob ich nicht Theater spielen möchte.
Juliana wollte. Ihre erste Rolle war die Louise im Eingebildeten Kranken. Nach fünf Produktionen war allerdings erstmal Schluss. Der Weg war zu weit, und mit der Schule war das nicht zu vereinbaren, erzählt Juliana Maack. Doch ein Telefongespräch im März dieses Jahres änderte wieder alles: Das Staatstheater fragte, ob sie wieder spielen möchte. Als ich hörte, dass es die Hauptrolle ist, habe ich sofort zugesagt, sagt die 18-Jährige.
Die Gretchenfrage stellt sie natürlich auf Platt. Wo hölst Dut mit de Religion. Wie hältst Du es mit der Religion, fragt sie den Faust so, wie es Goethe vorschrieb.
Ihr Freund war auch schon in einer Aufführung im Oldenburgischen Staatstheater. Er fand es nicht so gut, dass der Faust und ich uns küssen, sagt Juliana und lacht verschmitzt.
