OLDENBURG - Die Seitenbühnenwagen teilen in der Regel ihr Schicksal mit der übrigen Bühnentechnik: Sie wirken im Verborgenen, sind jedoch von enormer Bedeutung für manche Inszenierung.
Für die Produktion von Giacomo Puccinis La Bohème jedenfalls werden sie dringend benötigt. Leider aber funktionieren die beiden schmalen versenkbaren, neuen Bühnenwagen im frisch renovierten Großen Haus im Oldenburgischen Staatstheater noch nicht zuverlässig. Und da die notwendigen Nacharbeiten für die komplizierte Steuerungstechnik nicht ohne massive Eingriffe in den Spielplan durchgeführt werden können, sondern frühestens während der Schließtage im April 2012, kann die Oper, so das Staatstheater, nicht seriös geprobt und aufgeführt werden. So verschiebt sich die für den 22. Januar 2012 geplante Premiere der Oper auf den 10. Juni 2012.
Mit sehr viel Aufwand wäre vielleicht, so Generalintendant Markus Müller (38), eine Neukonzeption möglich gewesen, aber das Haus arbeite ohnehin derzeit unter schwierigen Bedingungen. Die lange Bauphase hat nicht nur die beteiligten Firmen, sondern offenbar auch die Werkstätten und Techniker des Staatstheaters vor enorme Herausforderungen gestellt. Alle Produktionen, die in den nächsten Wochen Premiere haben von der Unendlichen Geschichte (27. November) bis Hamlet (18. Februar) sind zudem für die Werkstätten anspruchsvoll konzipiert.
Die Sanierung des Theaters, der Auszug auf den Fliegerhorst und der Wiedereinzug ins Große Haus sind auch wegen der hervorragenden Arbeit aller technischen Abteilungen bislang so reibungslos über die Bühne gegangen, wie ich es kaum für möglich gehalten habe, betont Müller. Jetzt müssen wir erstmals den extremen Herausforderungen Tribut zollen. Aber ich setze auf das Verständnis unseres Publikums, das uns die ganze Zeit über so solidarisch unterstützt hat.
Die Premiere von La Bohème wird am 10. Juni nachgeholt. Alle Abonnenten werden vom Theater über die Veränderungen in den jeweiligen Abonnements informiert. Wer bereits eine Karte für eine Vorstellung gekauft hat, kann diese an der Theaterkasse zurückgeben oder umtauschen.
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