Oldenburg - Zu sagen, auf diese Nachricht hätten die Museen in Niedersachsen nur gewartet, ist völlig untertrieben: Herbeigefleht trifft wohl besser den Umstand, dass die Einrichtungen der Kunst und Galerien im Land am 7. Mai wieder öffnen dürfen.

Die frohe Kunde traf am Dienstagnachmittag ein – und nunmehr haben die Häuser mindestens anderthalb Tage Zeit, ein Konzept zu entwickeln, das die Einhaltung der Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen gewährleistet. Außerdem ist für den Museumsbesuch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nötig. Führungen und Veranstaltungen werden bis auf Weiteres nicht stattfinden. Allerdings ist der Öffnungstermin an diesem Donnerstag freiwillig – Sorgfalt geht immer vor Aktionismus.

Während die Häuser in Bremen und Bremerhaven noch keinen konkreten Öffnungstermin festgelegt haben, sind hier die größten niedersächsischen Museen im Nordwesten im Überblick zu finden:

 Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg öffnet am 7. Mai wieder seine drei Häuser. Ab Donnerstag sind das Oldenburger Schloss, das Prinzenpalais sowie das Augusteum für die Öffentlichkeit zu den regulären Öffnungszeiten (dienstags bis sonntags 10–18 Uhr) zugänglich.

Zu sehen ist endlich die Ausstellung „Franz Radziwill – 125 Werke zum 125. Geburtstag“ (bis zum 23. August im Oldenburger Schloss). Anlässlich des 125. Geburtstags des Künstlers widmet das Landesmuseum Oldenburg, das seit seiner Gründung eng mit Radziwills Werk verbunden ist, ihm eine umfassende Retrospektive. Erstmals wird der gesamte, über fast 100 Jahre gewachsene Bestand an Werken des Künstlers gezeigt. Die Ausstellung umfasst eindrucksvolle, großformatige Gemälde, farbstarke Aquarelle, Künstlerpostkarten an Freunde und Sammler sowie präzise Zeichnungen eines hervorragenden Beobachters.

Die Kabinettschau „Wolken in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts“ wird bis zum 2. August im Prinzenpalais gezeigt.

Im Augusteum hält derweil Prometheus die Stellung. Die „Götter & Helden“ aus der gleichnamigen Sonderausstellung sind zurück an ihre Aufbewahrungsorte gereist, der Star ist geblieben. Das Landesmuseum bemüht sich derzeit darum, das Meisterwerk „Der gefesselte Prometheus“ aus der Rubens-Werkstatt, das bis 1918 zu den Hauptwerken der Großherzoglichen Gemäldegalerie im Augusteum zählte, für Oldenburg zurück zu erwerben. Weitere Prometheus-Darstellungen aus dem Bestand des Landesmuseums sind ihm zur Seite gestellt und zeigen eindrucksvoll verschiedene künstlerische Auseinandersetzungen mit dem antiken Mythos aus unterschiedlichen Epochen. Alle Infos unter

 Das Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg zeigt ab 7. Mai die Ausstellung „Glanzlichter der Naturfotografie“ (bis 28. Juni am Damm 38-44). „Um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, hat das Museum ein Konzept entwickelt, das die Einhaltung der Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen gewährleistet. Außerdem ist für den Museumsbesuch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nötig. Führungen und Veranstaltungen werden bis auf Weiteres nicht stattfinden“, teilt das Museum mit. Hinweise dazu unter

 Auch die Kunsthalle Emden bereitet sich auf die Wiedereröffnung vor, allerdings erst in der kommenden Woche. „Wir öffnen am Dienstag, 12. Mai. Alle Vorbereitungen laufen, am Freitag wird das Serviceteam gebrieft“, teilte Sprecherin Ilka Erdwiens auf Anfrage mit. Aktuelles:

Das Horst-Janssen-Museum plant nach Auskunft der Leiterin Dr. Jutta Moster-Hoos die Öffnung für 7. Mai. Als Einrichtung der Stadt Oldenburg sollen das Vorgehen und die Hygiene-Maßnahmen für Besucher abgestimmt veröffentlicht werden. „Ein Schwerpunkt der neuen Dauerausstellung zu Janssens Leben und Werk ist, an Hands-on-Stationen selbst aktiv zu werden. Auch dazu werden wir uns etwas überlegen.“

 Bei der Kunsthalle Wilhelmshaven ist die Wiedereröffnung noch nicht offiziell terminiert. Während der Schließung wurden Objekte im Projekt „Take-Away-Show: Reiner Maria Matysik – Komm, nimm mich“ Interessierten nahegebracht. Die Ausleihe erfolgte dabei kostenlos mit Unterzeichnung eines Leihvertrags bis zur Rückrufaktion, wenn die Kunsthalle ihren regulären Ausstellungsbetrieb aufnehmen kann.

 Das Museumsdorf Cloppenburg bejubelt die geplante Eröffnung am Donnerstag: „Lange haben wir sehnsüchtig gewartet, nun ist es so weit. Wir freuen uns sehr, verkünden zu können: Nach acht Wochen Schließung öffnen wir voraussichtlich am 7. Mai unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen wieder unsere Tore! Endlich – wir haben unsere Besucherinnen und Besucher richtig vermisst!“

Oliver Schulz
Oliver Schulz Redaktion Kultur/Medien (Ltg.)