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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kunstbetrachtung: Aufschlussreiche Begegnungen im Dresdner Winter

27.04.2020

Oldenburg /Dangast Vier Jahre nach Franz Radziwills Umzug nach Dangast wollten ihm Hamburger Mäzene ein Stipendium für Paris spendieren. Die Sammler fürchteten, der Künstler könne auf dem Lande „verbauern“. Der jedoch lehnte ab. Wenn schon reisen, dann nach Dresden. Im Ausgangsort der deutschen Romantik wollte Radziwill die Originale der renommierten Maler Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus studieren.

Etwa vier Monate, von November 1927 bis Februar 1928, dauerte der Aufenthalt. Seine Frau Anna Inge begleitete ihn. Quartier bezogen sie in der Sachsenallee. Kein geringerer als Otto Dix, der zu jener Zeit an der Akademie der bildenden Künste lehrte, verschaffte ihm einen Atelierplatz.

Eigentlich hatte sich Franz Radziwill erhofft, in Dresden neue Impulse für die Landschaftsmalerei zu finden, doch dort angekommen, war er vielmehr vom Stadtleben fasziniert. Er zeichnete Straßenzüge, Gebäude und Menschen. Seine Modelle fand er in den Kaffeehäusern und Wärmestuben. Er porträtierte Frauen wie Männer, allerlei skurrile Typen, die er auf Postkarten oder auf dem Zeichenblock festhielt.

Zurück im heimischen Atelier setzte er die Skizzen in Ölbilder um. Noch zwei Jahre später, 1930, entstand das Gemälde „Die Mücken“. Der Titel spielt auf eine Dresdner Lesbengruppe an, die sich regelmäßig in einem der dortigen Cafés traf. Vier Frauen sind im Bild zu sehen.

Auffallend ist die Frau im roten Mantel, als befinde sie sich im Scheinwerferlicht auf einer kleinen Bühne. Die Lichtquelle ist jedoch nicht auszumachen. Das Licht fällt auch auf die Zeitung der Frau mit dem grünen Hut und strahlt als Reflex in die Umgebung ab. Die zwei Frauen im Vordergrund trinken Kaffee. Ihre Gesichter sind halb verschattet.

Weitere Bestandteile der Szenerie sind zwei kleine Gemälde an den Wänden, eine Skulptur aus hellem Stein und ein Kleiderständer, an dem ein blauer Mantel hängt. In der Nahsicht sind sogar ein paar wirkliche Mücken im Bild zu finden. Das Werk ist Teil der diesjährigen Ausstellung „Lichtspiele“ in Dangast, die hoffentlich bald geöffnet wird.


     www-radziwill.de 
     www.landesmuseum-ol.de 
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