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TanzPremiere Darum verbreitet dieser Ballettabend viel Freude

Renate Killmann

Oldenburg - Der neue Ballettabend am Staatstheater Oldenburg spannt den Bogen von größter Emotionalität im musikalisch-tänzerischen Ausdruck in Antoine Jullys ­Adaption von Arnold Schönbergs sinfonischer Dichtung „Verklärte Nacht“, über filigranen Minimalismus in Guillaume Hulots „OGAMI“ bis hin zur choreografischen Nüchternheit eines Merce Cunningham.

Weitere Termine

Der dreiteilige Ballettabend „Die verklärte Nacht“ ist in dieser Spielzeit noch mehrfach im Oldenburgischen Staatstheater zu erleben. Das sind die Termine: 25. und 27. Februar, 12. und 27. März, 9. und 23. April, 7., 15. und 29. Mai sowie 18. Juni.

Info und Kartenbestellung: www.staatstheater.de

Hulot, der mit der Umkehrung des Wortes IMAGO den Begriff OGAMI prägt und sich spielerisch dem Metamorphosegedanken in der Insektenforschung nähert, bezieht sich gleichzeitig auf den ebenso in der Psychologie benutzten Begriff für den allerersten Eindruck, das Bild, das wir von einem Menschen haben. Dies versucht der Choreograf in tänzerische Bilder zu übersetzen.

Wechselvolles Spiel

In violett schimmernden Kostümen, an Käferpanzer erinnernd, entfaltet sich zu den Rokokovariationen von Tschaikowsky ein wechselvolles Spiel, eine Suche nach Positionierung im Raum und im Miteinander. Die langen, bis zu den Fingern gezogenen Ärmel lassen die oft filigranen Armbewegungen wie Insektenfühler wirken, das choreografische Spiel mit gespiegelten oder gedoppelten Bewegungsphrasen entfaltet einen eigenen Reiz. Insgesamt jedoch bleibt die Choreografie trotz Bühnennebel und interessanter Lichtkonzeption zu blass, um wirklich über die Rampe zu kommen.

Das Herzstück, den Höhepunkt des Abends stellt Antoine Jullys Interpretation von Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ dar. Jully findet seine ganz eigene Sicht zu dieser der Komposition zu Grunde liegenden Frauenthematik von Liebe, Sehnsucht und Verlangen. Er widersteht der Versuchung einer choreografischen Nacherzählung des Gedichtes: eine Frau, schwanger von einem anderen Mann, verliebt sich neu, findet ihren Traummann und wird von ihm „gerettet“.

Antoine Jully entwirft eine Choreografie für insgesamt drei Paare, in dem er den Protagonisten noch zwei weitere Paare an die Seite stellt und so die verschiedensten Facetten der Liebe von Harmonie bis hin zu Kontroversen zum Ausdruck bringt. Dabei lässt er sich gekonnt auf die emotional tiefsinnige und mitreißende Musik des jungen Schönberg ein und es gelingt ihm ein großartiges Stück Tanzkunst!

Große Intensität

Schönbergs spätromantische Musik, vom Oldenburger Staatsorchester unter der Leitung von GMD Hendrik Vestmann mit großer Intensität live gespielt, bereitet dem Tanz ein wunderbares klangliches Fundament, auf dem sich die Choreografie voll entfalten kann. Vielgestaltige Duette und Soli werden mit so viel Gefühl und Hingabe getanzt, dass die Atmosphäre im Staatstheater zu schweben beginnt… Hingebungs-voll und mit Passion tanzen: Keiko Oishi mit Samory Flury, Teele Ude mit Seu Kim und Garance Vignes mit Vincent Tapia. Am Schluss wird die „Verklärung“ durch herunter fallenden Bühnenschnee angedeutet, der auf das Schlussbild der drei tanzenden Paare wie in einer Schneekugel hinunter rieselt… Ein modernes Märchen von der Liebe! Chapeau Antoine Jully!

Wie ein „Cool down“

Wie ein „Cool down“ wirkt im Anschluss Merce Cunninghams Choreografie „How to pass, kick, fall and run“ von 1965, von Robert Swinston aus den USA in Oldenburg einstudiert. Als radikale Absage an die Tradition des klassischen Balletts und des Modern Dance präsentiert der amerikanische Choreograf Tanzformeln, ja Exercises zu einer von zwei Schauspielern live gesprochenen Textkulisse: Nüchternheit statt Emotion, Sprache statt Musik, bringen den Zuschauer wieder auf den Boden der (tänzerischen) Tatsachen. Die Performance findet in Trainingskleidung im kahlen Bühnenraum statt.

Der Reiz liegt dabei im Konzept, denn die sich langsam steigernden Tanzsequenzen gehen eher zufällig Koinzidenzen mit den gesprochenen Kurzgeschichten ein. Jede Vorstellung wird so zum Unikat und bietet andere Eindrücke - ein nicht unriskantes Verfahren…

Langer, dankbarer Applaus beendet diesen interessanten Tanzabend, ein kluger konzeptioneller Wurf Antoine Jullys, über den sich Oldenburg nur freuen kann.

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