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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Bauboom auf kleinem Planeten

14.06.2019

Oldenburg Eine Bilderbuchgeschichte als Theaterstück auf die Bühne zu bringen, ist kein leichtes Unterfangen. Das weiß auch Manfred Schlüter, Autor des Bilderbuchs „Der kleine Herr Jemine“. Er besuchte am Dienstag die Premiere der niederdeutschen Bühnenfassung „De lütte Herr Jemine“ im Spielraum des Oldenburgischen Staatstheaters und war begeistert.

„Das ist fantastisch umgesetzt. Ich erkenne meine Geschichte wieder“, freute er sich über die Inszenierung von Ayla Yeginer. Als geniale Kombination lobte er das Zusammenspiel von Thomas Esser als Erzähler und Gitarrist sowie Peter Christoph Grünberg als Herr Jemine.

Herr Jemine trägt einen blauen Overall und lustige Ringelsocken. Er ist ein beneidenswerter Mensch. Er lebt allein auf einem kleinen Planeten irgendwo im weiten Weltraum, poliert die Sterne, streichelt seine Blumen, erzählt seinem Baum Geschichten und ist glücklich. Eigentlich. Aber was ist, wenn ihm der Himmel auf den Kopf fällt? Also baut Herr Jemine ein Haus mit Dach, einen Stuhl zum Sitzen, einen Tisch für seine Blumen und ein Bett zum Schlafen.

Das fantasievolle Bühnenbild (Telse Hand) erweist sich als multifunktional. Die jungen Zuschauer haben Spaß daran, wie sich Herr Jemine als Baumeister abrackert und sparen nicht mit Ratschlägen.

Aufmerksamer Beobachter des Geschehens ist der Erzähler. Er spricht Hochdeutsch, Herr Jemine Plattdeutsch. Das macht den besonderen Reiz dieser Produktion des Hamburger Ohnsorg Theaters aus. Die Kooperation zwischen beiden Theatern besteht bereits seit einigen Jahren im Kindertheaterbereich.

Herr Jemine hat also ein kleines schönes Haus, aber fehlt da nicht noch was? Er braucht ein Auto, um über seinen Planeten düsen zu können. Wer ein Auto hat, braucht auch eine Straße, für die muss der Baum weichen. Herr Jemine baut fröhlich weiter: eine Tankstelle, eine Garage, zwei Türme, eine Brücke und schließlich eine Start- und Landebahn für Flugzeuge, die Besucher auf den Planeten bringen sollen.

Auf den Bauboom folgt der Katzenjammer. Aus dem bunten Planeten ist eine graue Wüste geworden. Herrn Jemine ist unglücklich und fasst einen Entschluss. Er baut zurück, übrig bleibt nur das kleine Haus. Endlich kann er die Blumen wieder sehen. Und sehr zum Vergnügen der Kinder singt er auch wieder.

Rund 50 Minuten geballte Kritik an ungehemmtem Konsum und ungebremster Umweltzerstörung werden schwungvoll serviert. Das ist das Verdienst von Peter Christoph Grünberg und Thomas Esser, die mit großer Spielfreude agieren.

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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